Freitag, 6. November 2009

Mittendrin! Wie Frauen erfolgreich ihre Lebensmitte meistern

Graue Haare, Brille, Falten - ab 40 lässt nicht nur die körperliche Leistungsfähigkeit sichtbar nach. Auch im Alltag verändert sich vieles. Die Kinder gehen aus dem Haus, die eigenen Eltern werden pflegebedürftig und sterben, auf dem Arbeitsmarkt sind Berufstätige ab 45 immer seltener gefragt, und für kinderlose Frauen läuft die Zeit endgültig ab, um noch Mutter zu werden. Wie bewältigen Frauen diese Phase großer Veränderung? Wie schaffen sie es, Vergangenes loszulassen? Wie finden sie den Mut, neue Wege zu gehen?

In meiner Arbeit als Persönlichkeitscoach unterstütze ich immer wieder gerade Frauen dabei, die Veränderungen des eigenen Lebens positiv zu sehen und kreativ zu nutzen. Die Themen sind dabei sehr vielfältig. Wechseljahre, Partnerschaft, berufliche Selbstverwirklichung – jede Frau hat andere Ziele und Wünsche. Doch mit dem Älterwerden haben sie fast alle Probleme. In einer Gesellschaft, in der Jugend und perfekte Schönheit einen hohen Stellenwert haben, ist es besonders schwer, mit der eigenen körperlichen Vergänglichkeit umzugehen. Natürlich gibt es heute viele Möglichkeiten, nachzubessern. Ein paar Botox-Spritzen hier, ein bisschen Fettabsaugen da, ein Stückchen Silikon dort - schon sehen wir aus wie neu. Doch was nutzt es, wenn wir unseren Körper in der Optik einer Dreißigjährigen konservieren, uns innerlich aber alt, verlassen und einsam fühlen?

Wissenschaftlern ist nämlich längst klar, dass unser gefühltes Alter nicht davon abhängt, wie viele Falten wir haben, und ob wir morgens noch schmerzfrei und schwungvoll aus dem Bett kommen. Viel wichtiger ist unsere innere Einstellung. Frauen, die das Älterwerden als gegebene Lebensentwicklung akzeptieren und wenig Aufhebens darum machen, fühlen sich in der Regel jünger als jene, die sehr hartnäckig dagegen ankämpfen und ständig ihrer verlorenen Jugend nachtrauern. Dazu kommt ein deutlicher Wandel in unserer Gesellschaft. Früher waren Frauen zwischen 40 und 50 in erster Linie damit beschäftigt, ihren Status Quo zu sichern. Spätestens ab 60 waren sie nur noch Rentnerin und Oma – eine alte Frau eben. Heute nehmen Frauen zwischen 40 und 50 immer öfter noch einmal sehr bewusst einen Kurswechsel vor. Sie werden doch noch Mutter. Sie starten beruflich nach langer Familienpause ganz neu durch. Sie erfüllen sich lang gehegte Träume. Freilich muss nicht jede Frau gleich ihr gesamtes Leben auf den Kopf stellen. Der größte Erfolg liegt oft in kleinen Veränderungen – ein bisschen mehr Bewegung, ein wenig mehr Zeit für sich selbst, eine etwas positivere Sicht auf das eigene Alter bewirken schon Wunder.

Mehr rund ums Älterwerden erfahren Sie in meinem Vortrag für Frauen: „Mittendrin! Wie Frauen erfolgreich ihre Lebensmitte meistern.“

Termin: 18. November 2009, 20:15 Uhr
Ort: Fitness-Studio Just Ladies (Inhaberin Uta Brodersen),
Methfesselstraße 60, 20257 Hamburg
Anmeldung: Bitte melden Sie sich bis zum 17.11. per Mail oder Telefon
hier an.
Der Eintritt ist frei.

Mittwoch, 28. Oktober 2009

Karrierefrauen

Allein zu leben, ist für viele Menschen eine grässliche Vorstellung. Alles alleine entscheiden müssen, den Alltag komplett alleine organisieren, auf Nähe und Zärtlichkeit verzichten, Einsamkeit aushalten – das alles klingt wenig verlockend und ist wohl einer der Hauptgründe, warum Viele es vorziehen, lieber in wenig glücklichen Beziehungen auszuharren, als sich nach einer Trennung längeren Zeiten des Alleinseins auszusetzen.

Umgekehrt macht große Stärke es wiederum schwierig, sich auf einen Partner einzustellen, Kompromisse einzugehen, sich selbst zurückzunehmen. Vor allem bei Frauen in Führungspositionen bleibt daher das Privatleben häufig auf der Strecke, wie Business Coach Christina Kuenzle festgestellt hat. Interessant dabei finde ich den Aspekt, dass Männer sehr wohl Beziehungen unter ihrem Stand eingehen, während Frauen das nicht tun. Der Chefarzt heiratet die Krankenschwester, die Chefärztin jedoch keinesfalls den Krankenpfleger. Frauen suchen Partner, die ihnen auf beruflicher Ebene mindestens ebenbürtig sind. Bei Frauen in hohen Führungspositionen bedeutet das also, dass sie vorzugsweise nach einem anderen Alphatier Ausschau halten. Eine derartige Verbindung geht jedoch häufig schief, weil dann auch zuhause noch Machtkämpfe ausgefochten werden.

Nun hat sich ja in unserer Gesellschaft in den letzten Jahrzehnten viel getan. Was früher absolut undenkbar war, ist heute selbstverständlich. Dass Frauen sich deutlich jüngere Männer suchen und mit ihnen dauerhaft glücklich werden können, wundert niemanden mehr. Dass Single-Frauen verschrobene Jungfrauen sind und als „Fräulein“ gebrandmarkt werden – Schnee von gestern. Dass Männer auch eine weiche, weibliche Seite haben und diese bewusst in eine Partnerschaft einbringen, wird in jedem Hochglanzmagazin verkündet. Und doch scheinen gewisse Rollenbilder in uns so verankert zu sein, dass wir uns nicht von ihnen lösen können. Oder woran sonst liegt es, dass sich Frauen so schwer damit tun, eine Partnerschaft mit einem Mann einzugehen, der zwar nicht ihren Bildungsabschluss hat, aber ansonsten alle Qualitäten aufweist, um sie dauerhaft zu stützen und zu stärken und ihnen auch beruflich den Rücken freizuhalten?

Mittwoch, 21. Oktober 2009

Alle Jahre wieder

Irritiert es Sie auch jedes Jahr, wenn Sie bereits im September in den Geschäften die ersten Hinweise auf Weihnachten entdecken? Oder haben Sie sich an den Anblick gewöhnt und nehmen schulterzuckend zur Kenntnis, dass spätestens Mitte Oktober niemand mehr übersehen kann, dass es nun nur noch schlappe zwei Monate bis zum Fest der Feste sind? Gehören Sie vielleicht sogar zu all jenen Kunden, die dankbar sind, dass sie in aller Ruhe auswählen und vergleichen können, statt erst in letzter Sekunde loszuhetzen, um noch einen Restposten Adventskerzen zu ergattern?

Ich bin in der Hinsicht sehr altmodisch. Im Oktober ist Herbst, und sonst nichts (ich kann auch dem Halloween-Tralala nichts abgewinnen). Im November kommt die Zeit der stillen Tage, der Ruhe und Besinnung. Und erst nach dem Totensonntag richte ich den Blick nach vorne auf Weihnachten. Erst dann bin ich bereit, Lebkuchen und Lichterketten zu kaufen und mir über Geschenke für all meine Lieben Gedanken zu machen. Die Zeit reicht immer, egal wie voll mein Terminkalender ist. Ich bin noch nie in echte Hektik geraten. Das liegt sicher daran, dass ich mir bewusst Zeit nehme für das Schmücken meiner Wohnung und das Kaufen der Geschenke. Und es hat auch damit zu tun, dass meine Familie schon lange davon Abschied genommen hat, an Weihnachten das perfekteste Fest aller Zeiten zu feiern. Viel wichtiger ist, dass wir uns gemeinsam nach einem anstrengenden Jahr entspannen können und Zeit füreinander haben. Alles andere ist egal. Darum gehen wir tatsächlich sehr gelassen in die Feiertage.

Und darum muss ich mir auch jetzt noch keine Gedanken über Weihnachten machen. Ich genieße lieber weiter den Herbst, statt diese Jahreszeit einfach zu überspringen. Weihnachten kommt doch sowieso. Im Dezember. Und dann habe auch ich garantiert Lust auf Strohsterne, Engel und selbstgebackene Plätzchen.

Edit:
Ohne Werbung für die Kirchen machen zu wollen, aber gestern fiel mir zufällig diese Postkarte in die Hände. Sie passt sehr schön zu der kleinen Diskussion, die dieser Blogtext ausgelöst hat:

apfelbaum_advent_ist_im_dezember1

Dienstag, 13. Oktober 2009

Jahreszeiten

„Ganz schön düster heute, was?“ sagte kürzlich ein Freund zu mir, als es besonders grau und verregnet war. Ich nickte seufzend. Von „goldenem“ Oktober konnte in diesem Jahr wirklich keine Rede sein. Während der September sehr heiß und trocken war, wurde es in Norddeutschland mit dem Umblättern des Kalenderblatts schlagartig Herbst. „Und das Schlimme daran“, fuhr mein Freund mit Leidensmiene fort, „ist ja die Tatsache, dass das jetzt ein halbes Jahr lang so bleibt.“ Ich erschrak. Ein halbes Jahr Regen, Kälte und Dunkelheit? Das konnte doch niemand ertragen.
Am nächsten Tag gingen zwei Männer hinter mir die Straße entlang. „Und sonst so?“ fragte der eine. „Gibt nix zu sagen“, entgegnete der andere. „Der Sommer ist vorbei und jetzt ist dieser scheiß Herbst da, und ich kriege Depressionen.“ Er sagte das so, als habe sein letztes Stündlein geschlagen und er innerlich bereits mit dem Leben abgeschlossen.

Es geht aber auch anders. Am vergangenen Wochenende unternahm ich mit meinen Nichten bei Sturm und Regen einen ausgedehnten Spaziergang. Die Laune der Mädchen stieg, je länger wir unterwegs waren. Unermüdlich sammelten sie bunte Blätter, Eicheln, Beeren und Nüsse. „Ich liebe den Herbst!“ rief die Ältere begeistert und hielt ihr Gesicht in den Wind. „Das war ja ein echtes Abenteuer“, fand die Jüngere, als sie nass und durchgefroren, aber mit leuchtenden Augen heimwärts trottete. Zuhause hockten sie dann stundenlang in der Küche, pressten Blätter und bastelten Eichel-Männchen und Laubketten.

Ich liebe den Herbst auch. Zugegeben, der Abschied vom Sommer tut mir jedes Jahr weh, und eine kurze Zeit lang denke auch ich voller Schrecken an Dunkelheit und Kälte. Aber im Sommer ist es oft viel zu heiß, um ausgedehnte Spaziergänge zu unternehmen, die ich sehr liebe. Am besten bei einem kräftigen Westwind, der alle trüben Gedanken fortbläst. Und nichts ist schöner, als sich anschließend mit einem Becher dampfendem Tee und einem spannenden Buch aufs Sofa zu kuscheln. Auch die Herbstfarben faszinieren mich. Die satten Rot-, Gelb- und Brauntöne begeistern mich jedes Jahr aufs Neue und finden sich auch in meiner Kleidung wieder, nicht zuletzt, weil mir diese Farben gut stehen.

Es gefällt mir überhaupt, dass wir verschiedene Jahreszeiten haben. Jede einzelne hat ihren Reiz, jeder Monat bringt Veränderungen in der Natur, die spannend und schön sind. Nur der Winter ist hier im Norden in der Tat oft ziemlich öde, weil es selten Schnee, dafür aber viel Regen und grauen Himmel gibt. So gesehen kann ich die Leute gut verstehen, deren Stimmung mit den Außentemperaturen sinkt. Früher haben mich diese Monate auch gelähmt. Inzwischen akzeptiere ich, dass auch die stillen Zeiten ihre Berechtigung haben, dass der Rückzug in die eigenen vier Wände, langes Schlafen und wenig äußere Ablenkung mir dazu helfen, aufzutanken und kreativ zu werden. Ich merke, dass es mir leichter fällt, mit den Jahreszeiten zu leben, als mich gegen sie zu stemmen. Im Grunde muss ich nur den Signalen meines Körpers folgen, dann bin ich immer genau im passenden Lebensrhythmus.

Dienstag, 6. Oktober 2009

„Hallo, ich sitze gerade in der U-Bahn“

Das Private ist immer politisch – na ja, oder auch nicht. Seit der Erfindung des Mobiltelefons ist es auf jeden Fall hemmungslos öffentlich.

Eins weiß ich: Wenn ich einmal alt und wunderlich bin (mit etwas Glück dauert das gar nicht mehr so lange) und das Bedürfnis, durch die Straßen zu laufen und laut vor mich hin zu zetern, nicht mehr so gut unterdrücken kann wie heute, werde ich mir einfach ein Handy ans Ohr halten, dann fällt das niemandem auf.

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