Welten auseinander
Kürzlich veröffentlichte unser Stadtmagazin das Ergebnis einer redaktionsinternen „Bundestagswahl“: Grüne 67,8 Prozent, Linke und SPD je 14,3 Prozent, Piraten 3,6 Prozent. Bei einer anderen Berliner Firma, von der ich gelegentlich Aufträge erhalte, kam in einer entsprechenden Umfrage jenseits der bürgerlich-wirtschaftsnahen Einheitsfront aus CDU und FDP überhaupt nur die Piratenpartei vor, durch deren Nennung sich der betreffende Kollege wohl als besonders jung geblieben und trendbewusst ausweisen wollte.
Nun will ich um Himmels willen keine Mauer wieder aufbauen und keine Eisernen Vorhänge spannen. Aber manchmal frage ich mich schon – als reines Gedankenspiel –, was passieren würde, wenn man Deutschland oder gleich ganz Europa einfach zweiteilte: In der einen Hälfte herrschte eine umwelt- und menschenfreundliche Politik gegenseitiger Toleranz und Solidarität, die sogar ihre Kriege aus „humanitären“ Beweggründen führt; in der anderen könnte der christlich-abendländisch verbrämte Neoliberalismus sich ungehemmt austoben – und jede(r) von uns darf frei entscheiden, auf welcher Seite er oder sie lieber leben möchte.
Klar, was dabei herauskäme, kann ich mir so gut vorstellen wie Sie. Im besten Fall würde es lediglich zu neuen Konflikten und Sollbruchstellen innerhalb dieser Ideologiestaaten kommen: hier die nationalchauvinistischen Anwandlungen der Linkspartei, dort die grenzenlose grüne Utopie. Ob es etwa doch sinnvoller ist, dass wir – Sie und ich, die Redaktion des Stadtmagazins und die Mitarbeiter jener Firma – uns alle irgendwie zusammenraufen und ständige Kompromisse aushandeln müssen: zwischen ökologischer Verantwortung und Wachstumswahn, Miteinander und Wettbewerb, „Ausgestrahlt“ und „Atomkraft? Ja bitte“, zwischen Multikulti und Leitkultur?
Nun will ich um Himmels willen keine Mauer wieder aufbauen und keine Eisernen Vorhänge spannen. Aber manchmal frage ich mich schon – als reines Gedankenspiel –, was passieren würde, wenn man Deutschland oder gleich ganz Europa einfach zweiteilte: In der einen Hälfte herrschte eine umwelt- und menschenfreundliche Politik gegenseitiger Toleranz und Solidarität, die sogar ihre Kriege aus „humanitären“ Beweggründen führt; in der anderen könnte der christlich-abendländisch verbrämte Neoliberalismus sich ungehemmt austoben – und jede(r) von uns darf frei entscheiden, auf welcher Seite er oder sie lieber leben möchte.
Klar, was dabei herauskäme, kann ich mir so gut vorstellen wie Sie. Im besten Fall würde es lediglich zu neuen Konflikten und Sollbruchstellen innerhalb dieser Ideologiestaaten kommen: hier die nationalchauvinistischen Anwandlungen der Linkspartei, dort die grenzenlose grüne Utopie. Ob es etwa doch sinnvoller ist, dass wir – Sie und ich, die Redaktion des Stadtmagazins und die Mitarbeiter jener Firma – uns alle irgendwie zusammenraufen und ständige Kompromisse aushandeln müssen: zwischen ökologischer Verantwortung und Wachstumswahn, Miteinander und Wettbewerb, „Ausgestrahlt“ und „Atomkraft? Ja bitte“, zwischen Multikulti und Leitkultur?
Nachgedacht - Beate Brown - 28. Sep, 09:40