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    <title>Knotenpunkte (Leben und so.)</title>
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    <description>Leben und so.</description>
    <dc:publisher>Katharina Burkhardt</dc:publisher>
    <dc:creator>Katharina Burkhardt</dc:creator>
    <dc:date>2009-06-30T08:40:57Z</dc:date>
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  <image rdf:about="http://static.twoday.net/knotenpunkte/images/icon.jpg">
    <title>Knotenpunkte</title>
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  <item rdf:about="http://knotenpunkte.twoday.net/stories/5794176/">
    <title>Stillos</title>
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    <description>Ich solle mir ja keine Gedanken um Stil machen, schreibt mir der Autor, dessen Buch ich gerade übersetze, denn er selber habe überhaupt keinen, er benutze einfach ein gut verständliches Englisch. Son Quatsch! denke ich spontan, aber weil ich diesen Mann sehr schätze und achte, sage ich es natürlich nicht. Und weil er seinerseits ein überzeugendes Argument zu schätzen weiß, versuche ich ihm stattdessen zu erklären, warum er Unrecht hat, Stil als etwas abzutun, was einem Text künstlich aufgepfropft wird  gar als etwas, was sich zwischen Text und Leser schiebt und das Verständnis behindert. Tatsächlich gibt es Bücher, die keinen Stil haben, aber sie lesen sich deshalb nicht unbedingt besser oder leichter, und seines gehört gottlob nicht dazu! &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es kommt nicht nur darauf an, was gesagt wird, sondern darauf, wie es gesagt wird: Das ist ein Allgemeinplatz aus der Kultur- und Kommunikationswissenschaft, von der PR-Branche mal ganz zu schweigen, aber auch eine alltägliche Erfahrung. Wie viel aufmerksamer hören wir jemandem zu, dessen Stimme angenehm klingt, der voller Überzeugung spricht, dessen Worte sich uns ins Gedächtnis prägen! Wie kalt lassen uns Texte, die klingen, als seien sie maschinell erstellt worden  wie viel stärker beeindrucken uns solche, aus denen ein lebendiger Mensch spricht, der ebendiese Worte und keine anderen gewählt hat, um ebendiese Geschichte zu erzählen oder ebendiese Meinung zu vertreten! Eine solche Stimme erkennen wir wieder und schenken ihr sofort Vertrauen, wenn wir sie das nächste Mal hören. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nennen wir es also nicht Stil, nennen wir es ruhig Stimme, auch das ein prächtiger literaturwissenschaftlicher Begriff. Gerade dieser Mann, der lange Zeit als Pastor tätig war, schreibt mit kraftvoller, klangvoller Stimme, deren schlichte Worte von alttestamentarischer Schönheit und Ehrwürdigkeit so weit tragen, dass man ihm auch auf der hintersten Kirchenbank noch folgen kann. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das merke ich vor allem deswegen, weil ich als Übersetzerin auch ein bisschen Bauchrednerin bin, also die Kunst beherrschen muss, meine eigene Stimme zu verstellen und mit derjenigen eines Anderen zu sprechen. Je länger und je intensiver ich mich in ein Buch vertiefe, mit desto mehr Selbstverständlichkeit verfalle ich weit über die eigentliche Übersetzungsarbeit hinaus in die Sprachrhythmen und das Vokabular des jeweiligen Autors. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn ich nun mit diesem Menschen kommuniziere, dessen Buch ich gerade übersetze  und sei es per E-Mail, diesem beklagenswert flüchtigen Medium, wie er sagt , dann krame ich entgegen meinen sonstigen Gepflogenheiten oft lange in meinem Wortschatz, halte so manches Kleinod prüfend gegen das Licht, wende es hin und her, bis ich gefunden habe, was ich suche, poliere es auf Hochglanz, lege es auf die Goldwaage und wiege es sorgfältig gegen anderes ebenso Hochkarätiges ab, um ihm dann eine formschöne Fassung zu schmieden, die selbst unscheinbare Objekte dezent funkeln lässt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was dabei herauskommt, sind keine verschrobenen Wortgebilde, wie es diese langatmige Schilderung vielleicht nahe legt  weder Staubfänger noch Blickfang und doch mehr als solides Handwerk , sondern Sätze von einer Prägnanz und Autorität, die mich jedes Mal erstaunt. Wenn das kein Stil sein soll! Nur kostet mich eine solche Ausdrucksweise, die ihm nach jahrzehntelanger Übung ganz natürlich und ungekünstelt vorkommen mag, eben einige Mühsal.</description>
    <dc:creator>Beate Brown </dc:creator>
    <dc:subject>Lost in Translation </dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2009 Beate Brown </dc:rights>
    <dc:date>2009-06-30T08:37:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://knotenpunkte.twoday.net/stories/5786385/">
    <title>Regenbogen</title>
    <link>http://knotenpunkte.twoday.net/stories/5786385/</link>
    <description>Kürzlich war ich in &lt;a href=&quot;http://www.neubrandenburg.de/&quot;&gt;&lt;b&gt;Neubrandenburg&lt;/b&gt;&lt;/a&gt;. Was mich in die tiefste ostdeutsche Provinz verschlagen hat? Natürlich war es ein Lauf, angeblich der härteste im Norden  nun ja, der &lt;a href=&quot;http://heldenzentrale.de/&quot;&gt;&lt;b&gt;Blankeneneser Heldenlauf&lt;/b&gt;&lt;/a&gt; mit seinen vielen Treppenstufen ist auch nicht ganz ohne, und der &lt;a href=&quot;http://www.tinnum66.de/html/syltlauf.html&quot;&gt;&lt;b&gt;Syltlauf&lt;/b&gt;&lt;/a&gt; soll es vor allem wegen des Windes in sich haben, aber seis drum. Die Gegend ist allemal eine Reise wert, auch wenn ich an dem Samstag verdammt früh aufstehen musste. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dass es dort landschaftlich wunderschön ist, damit hatte ich gerechnet. Was ich nicht erwartet hätte, war, direkt an der Stargarder Straße, die vom Bahnhof zum Kulturpark führt, einen bestens sortierten, freundlichen Bioladen der alten Schule mit dem netten Namen Regenbogen zu entdecken. In Berlin, wo mittlerweile jede Woche an irgendeiner Ecke ein neuer Bio-Supermarkt aufmacht, sind solche Geschäfte  betrieben von Leuten, die genau wissen, was sie verkaufen und warum, und auch weitermachen würden, wenn Bio plötzlich wieder uncool und unprofitabel wäre  längst im Aussterben begriffen.</description>
    <dc:creator>Beate Brown </dc:creator>
    <dc:subject>Feierabend</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2009 Beate Brown </dc:rights>
    <dc:date>2009-06-26T08:44:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://knotenpunkte.twoday.net/stories/5777938/">
    <title>Vorurteile</title>
    <link>http://knotenpunkte.twoday.net/stories/5777938/</link>
    <description>Geschäftlich arbeiten wir seit Jahren wunderbar zusammen, menschlich verstehen wir uns bei allen Reibereien hervorragend  in weltanschaulichen Fragen trennen uns ganze Galaxien. Um so überraschter bin ich, als ausgerechnet dieser Bekannte mich auf die aktuelle &lt;a href=&quot;http://www.koerperwelten-deutschland.de&quot;&gt;&lt;b&gt;Körperwelten-Ausstellung&lt;/b&gt;&lt;/a&gt; anspricht. Nein, gesehen habe ich sie noch nicht, sage ich und mache mich auf eins unserer gelegentlichen Wortgefechte gefasst, bei denen ich vom Feminismus bis zur Google-Buchsuche sämtliche Errungenschaften der letzten vierzig Jahre verteidigen muss. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber nein, er gerät geradezu in Verzückung. Die Menschenwürde, die ihm  im biblischen, nicht im humanistischen Sinn  sehr am Herzen liegt, werde in der Schau nicht nur gewahrt, so sagt er, sondern regelrecht zelebriert. Wenn jemand wie er Worte wie pietätvolle Präsentation in den Mund nimmt, ist das nicht bloß dahergeredet. Nicht etwa der Tod, sondern das Leben werde hier in großartigster Weise gefeiert, und schon gar nicht verstehe er jene Leute in seinem Umfeld, die sich ein Urteil über etwas anmaßten, ohne sich mit eigenen Augen ein Bild davon gemacht zu haben. Ob der Anblick veritabler Mini-Mes in Gestalt von plastinierten Föten sogar mich zur Abtreibungsgegnerin bekehren würde, wie er prophezeit, wage ich zwar zu bezweifeln, aber diese Diskussion erspare ich uns für heute. Noch nie, schwärmt er weiter, habe er in einer Ausstellung soviel gelernt: über den Aufbau des Körpers, über das Zusammenwirken seiner einzelnen Bestandteile, darüber, wie ein Mensch funktioniert. Missfallen hätten ihm einzig die Posen, in denen die Plastinate gezeigt werden  und zwar nicht so sehr der berüchtigte Geschlechtsakt als vielmehr die unangemessene Banalität alltäglicher Zeitvertreibe.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ohne Einwände grundsätzlicher Art gegen diese Form von Leichenfledderei geltend machen zu können oder zu wollen, die schließlich mit ausdrücklicher Billigung der Körperspender geschieht, fand ich das Körperwelten-Spektakel immer leicht widerwärtig  sowohl inhaltlich als auch wegen des Medienrummels, der darum veranstaltet wurde. Nach dem Telefonat fühle ich mich wie beflügelt, möchte am liebsten den Rest des Nachmittags frei nehmen und sofort zum Postbahnhof fahren. Stattdessen muss eine halbe Stunde für diesen Blog-Text reichen. Schön, wenn andere Menschen gegen meine Vorurteile verstoßen! Schön auch, dass ich nicht immer nur mit Menschen zu tun habe, die meine Meinung zu allem und jedem teilen! Den Ausstellungsbesuch werde ich bei nächster Gelegenheit nachholen. Vielleicht treffe ich Sie dort?</description>
    <dc:creator>Beate Brown </dc:creator>
    <dc:subject>Leben</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2009 Beate Brown </dc:rights>
    <dc:date>2009-06-22T13:27:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://knotenpunkte.twoday.net/stories/5768731/">
    <title>Analoges Treffen</title>
    <link>http://knotenpunkte.twoday.net/stories/5768731/</link>
    <description>&lt;a href=&quot;http://nils-von-blanc.de/hingehen-hamburger-blogger-treffen-storteblogger/&quot;&gt; &lt;img title=&quot;&quot; height=&quot;283&quot; alt=&quot;storteblogger_hoch-grau3&quot; width=&quot;200&quot; align=&quot;left&quot; class=&quot;left&quot; src=&quot;http://static.twoday.net/knotenpunkte/images/storteblogger_hoch-grau3.jpg&quot; /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich werde zwar vermutlich selbst keine Zeit haben, um dabei zu sein. Dennoch möchte ich gerne auf das Hamburger Bloggertreffen aufmerksam machen. Ob es das erste seiner Art ist, weiß ich nicht. Vermutlich gab es schon diverse andere offizielle und inoffizielle Zusammenkünfte verschiedener Gruppen in Hamburg. Aber in dieser Zusammensetzung, mit diesen Organisatoren und diesem Logo dürfte es ein Novum sein. Ich fand frühere Bloggertreffen - häufiger mit Lesungen verbunden - immer spannend. Wie sehen diese ganzen Schreiber eigentlich in echt aus? Und wie sind die so? Wer das herausfinden will, sollte am Sonntag unbedingt hingehen.</description>
    <dc:creator>Katharina Burkhardt</dc:creator>
    <dc:subject>Kommunikation</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2009 Katharina Burkhardt</dc:rights>
    <dc:date>2009-06-17T17:40:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://knotenpunkte.twoday.net/stories/5764570/">
    <title>Kommunikatives Schweigen</title>
    <link>http://knotenpunkte.twoday.net/stories/5764570/</link>
    <description>Es gibt gute und schlechte Kommunikation, das ist eine allgemein bekannte Weisheit. Gut ist zum Beispiel alles, bei dem das Gegenüber im Blick behalten und ein Austausch von Informationen angestrebt wird. Schlechte Kommunikation hingegen ist so ähnlich wie das, was ich gerade mit meinen Blog-Mitarbeitern und Lesern veranstalte: Sie können sich noch so sehr anstrengen, gute Arbeit leisten, regelmäßig vorbeischauen, neugierige Fragen stellen  ich tue einfach so, als würde ich das alles nicht merken und hülle mich in Schweigen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dabei gäbe es viel zu erzählen. Über die richtigen Worte im richtigen Moment zum Beispiel. Den richtigen Auftrag zur rechten Zeit. Über Reisen und Begegnungen. Und vor allem über Menschen, immer wieder Menschen. Ich merke täglich mehr, wie spannend es ist, mit anderen Menschen zu arbeiten, ihnen auf die Sprünge zu helfen, Impulse zu geben, die sie vorwärts bringen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dass bei all diesen Aktivitäten das Bloggen etwas kurz kommt, hätte ich selbst noch vor kurzer Zeit so nicht gedacht. Leserbindung ist wohl etwas anderes. Aber ich denke, dass der Trubel sich bald etwas legt und ich wieder mehr Zeit und Muße habe, um mehr für die Knotenpunkte zu schreiben. Bis dahin bleibt mir nur, mich für mein Schweigen zu entschuldigen, und mich vor allem bei Beate Brown zu bedanken, die das Blog in den letzten Wochen ganz alleine in Schwung gehalten hat. Das ist doch ein guter Anfang für eine gelungene Kommunikation, oder?</description>
    <dc:creator>Katharina Burkhardt</dc:creator>
    <dc:subject>Kommunikation</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2009 Katharina Burkhardt</dc:rights>
    <dc:date>2009-06-15T20:34:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://knotenpunkte.twoday.net/stories/5694301/">
    <title>All die kleinen Augenblicke</title>
    <link>http://knotenpunkte.twoday.net/stories/5694301/</link>
    <description>&lt;i&gt;Dieser Text ist für meine Mutter, die diese Woche 70 wird und das Internet wie viele Errungenschaften des 20. Jahrhunderts als unglaublich ärgerliche Zeitverschwendung empfindet.&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bisweilen erschreckt mich mein eigenes Mitteilungsbedürfnis. Wie komme ich dazu, Ihnen (ja, Sie da, die Sie eigentlich nur wissen wollten, wie man &lt;a href=&quot;http://knotenpunkte.twoday.net/topics/Das+Krimi-Experiment/&quot;&gt;&lt;b&gt;in zwei Monaten einen Krimi schreibt&lt;/b&gt;&lt;/a&gt;, und sich dann festgelesen haben  herzlich willkommen in unserem kleinen virtuellen Büro!) und Ihnen, der Sie regelmäßig mal vorbeischauen, weil Sie den &lt;a href=&quot;http://knotenpunkte.twoday.net/stories/5300188/&quot;&gt;&lt;b&gt;Praktikanten&lt;/b&gt;&lt;/a&gt; süß finden, Details aus meinem wenig spektakulären Privat- und Berufsleben anvertrauen zu wollen? Bilde ich mir allen Ernstes ein, Sie interessiert, was ich von &lt;a href=&quot;http://knotenpunkte.twoday.net/stories/5315658&quot;&gt;&lt;b&gt;Kaizen&lt;/b&gt;&lt;/a&gt;, &lt;a href=&quot;http://knotenpunkte.twoday.net/stories/5284911&quot;&gt;&lt;b&gt;Atomkraft&lt;/b&gt;&lt;/a&gt;, geschweige denn vom &lt;a href=&quot;http://knotenpunkte.twoday.net/stories/5385914&quot;&gt;&lt;b&gt;Web 2.0&lt;/b&gt;&lt;/a&gt; halte, was mir auf der &lt;a href=&quot;http://knotenpunkte.twoday.net/stories/5595017&quot;&gt;&lt;b&gt;Pasta-Party&lt;/b&gt;&lt;/a&gt; oder beim &lt;a href=&quot;http://knotenpunkte.twoday.net/stories/5622545&quot;&gt;&lt;b&gt;Lauftraining&lt;/b&gt;&lt;/a&gt; durch den Kopf geht und ob ich mich &lt;a href=&quot;http://knotenpunkte.twoday.net/stories/5675354&quot;&gt;&lt;b&gt;von der Schweinegrippen-Panik anstecken&lt;/b&gt;&lt;/a&gt; lasse? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was in einem Blog noch verbrämt als mehr oder weniger tiefgründige Betrachtungen über den Alltag des durchschnittlichen Internet-Nutzers im beginnenden 21. Jahrhundert daherkommt, darf sich bei Twitter hemmungslos austoben: der Impuls, die Mit- oder gar die Nachwelt an jenen Momenten teilhaben zu lassen, deren flüchtige Banalität uns, während wir sie erleben, in ihrer unerträglichen Bedeutungsfülle schier das Herz zerlegt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tweets sind die primitivste Form jener uralten Tradition, dem Leben  dieser unaufhaltsamen, unvorhersehbaren Bewegung auf den Tod zu  in Form von Tagebuchaufzeichnungen Sinn und Struktur aufzuzwingen oder auch abzuringen: der Versuch, das Jetzt (schnell, schnell, bevor es zum Schon-Vorbei wird!) nicht nur zu dokumentieren, sondern im wahrsten Sinne des Wortes festzuhalten, zu verewigen, ihm lauter Denkmäler zu setzen, und sei es in einem kurzatmigem Medium mit Langzeitgedächtnis wie dem Internet. Verweile doch, du bist so schön und meine Pizza gerade so lecker! Oder, falls Sies lieber mit den Denkern als mit den Dichtern halten: Follow me ergo sum. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jedes Tweet ist  ebenfalls im Wortsinn  ein Lebenszeichen, ein &lt;strike&gt;Machtwort&lt;/strike&gt; &lt;strike&gt;Aufschrei&lt;/strike&gt; jämmerliches Piepsen gegen die Vergänglichkeit: Hallo, ich bins! Mich gibt es, ja wirklich! Dass es mich gibt, verdient Beachtung! Hallooooo ... hört mich denn niemand?!?!?!? Es ist Selbstvergewisserung und zugleich Signal an andere, an Bekannte und Unbekannte, Freund und Follower. Diesen Willen zum Sinn, diesen Drang, all die kleinen Augenblicke ja nicht unbemerkt verstreichen zu lassen, finde ich so traurig wie tröstlich: traurig, weil sie doch nur uns selber etwas bedeuten, und tröstlich, weil sie uns so viel bedeuten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ach, ist der Himmel heute wieder herrlich blau! Ob sich die Vögel vor meinem Fenster wohl auch den Kopf zerbrechen, warum sie zwitschern?</description>
    <dc:creator>Beate Brown </dc:creator>
    <dc:subject>Kommunikation</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2009 Beate Brown </dc:rights>
    <dc:date>2009-06-03T07:25:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://knotenpunkte.twoday.net/stories/5726369/">
    <title>Wie man eine Kolume schreibt II (Druckversion)</title>
    <link>http://knotenpunkte.twoday.net/stories/5726369/</link>
    <description>	Binsenweisheit Nummer eins: Es gibt keine Patentrezepte. Manche Kolumnen verschwinden sang- und klanglos wieder aus der Medienlandschaft, aus anderen werden Kultserien (Sex and the City), Bestseller-Romane (Helen Fieldings Bridget Jones-Geschichten) oder öffentliche Institutionen: Wer bildet sich noch eine eigene Meinung, ohne vorher nachzulesen, was Henryk M. Broder oder Harald Martenstein dazu sagen? Bastian Sicks Zwiebelfisch hat für seine Kollegen aus dem Lektoratsgeschäft mehr Autorität als Duden und Wahrig zusammen, seine Lesungen zum Klein-klein der deutschen Grammatik füllen Konzerthallen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
	Zeitungskolumnen gelten als exterritorial  was im Normalfall für die zuständigen Redakteure bedeutet: Finger weg! , ihre Autoren müssen sich nicht strikt an die Blattlinie halten, sondern dürfen und sollen das Zielpublikum auch mal sanft gegen den Strich bürsten. Kolumnen können, müssen aber nicht thematisch gebunden sein. Ebenso wichtig wie ihr Inhalt ist in jedem Fall die Persönlichkeit des Autors  nicht zufällig werden sie oft mit dessen Porträt verziert. Dabei kann es sich um eine prominente Figur des öffentlichen Lebens handeln, um einen Fachexperten mit Herrschaftswissen oder auch um ein eigens zu diesem Zweck geschaffenes Alter ego: der ewige Griesgram, die kecke Nymphomanin, der brave Tölpel. Merke: In einer Kolumne darf es kräftig menscheln. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
	Nutzen Sie die Kolumne als Fingerübung, um verschiedenste Techniken und Stilmittel auszuprobieren. Von Satire über Parodie bis zur Tagebuch-, Brief- oder Dialogform ist fast alles erlaubt. Manche Kolumnisten pflegen einen leutseligen Plauderton, andere spitzen lieber polemisch zu. Was können, was wollen Sie Ihrer Leserschaft zumuten? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
	Das Schöne an einer Kolumne ist ihre Kürze. Sie brauchen Ihr jeweiliges Thema nicht erschöpfend zu behandeln, sondern können sich herauspicken, was Sie daran interessiert. Und wenn Sie wollen, können Sie über kurze Strecken einen Stil und ein Tempo durchhalten, die bei längeren Texten sowohl für Sie als für Ihre Leser sehr anstrengend wären. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
	Kolumnen sind Lesehäppchen. Entsprechend würzig, knackig und scharf gepfeffert dürfen sie zubereitet, entsprechend sollten sie &lt;i&gt;cum grano salis&lt;/i&gt; genossen werden: Appetitanreger, keine Sättigungsbeilage. Mir persönlich mundet eine feine Prise Ironie stets am besten, aber das ist reine Geschmackssache. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
	Wenn Ihre Kolumne eine Pointe hat, umso besser; erzwingen sollten Sie sie nicht. Auch hier gilt: Nichts ist peinlicher als ein Witz, über den nur der lacht, der ihn erzählt hat. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
	Gewöhnen Sie sich an, immer ein Notizbuch mit sich herumzutragen  wenn Sie ein modernerer Mensch sind als wir, tuts auch ein Diktaphon. Wenn Ihnen beim Zeitungslesen, Einkaufen, Spazierengehen, im Kino, Café, Schwimmbad oder Fitness-Studio, in der U-Bahn oder auf dem Trödelmarkt eine Idee kommt  sofort aufschreiben! Einiges werden Sie erst in einem Jahr verwenden, anderes wieder verwerfen  macht gar nichts. Manche Leute legen sich eine Kartei oder Datenbank an, um sprachliche Wendungen zu sammeln, die sie besonders genial finden. Das ist eine prima Sache  solange Sie es nicht machen wie ein uns bekannter Journalist, der so stolz auf eine Formulierung war, dass er in zwei grundverschiedenen Filmrezensionen Wort für Wort denselben Satz benutzte!</description>
    <dc:creator>Beate Brown </dc:creator>
    <dc:subject>Kreatives Schreiben</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2009 Beate Brown </dc:rights>
    <dc:date>2009-05-28T10:31:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://knotenpunkte.twoday.net/stories/5726395/">
    <title>Wie man eine Kolume schreibt II</title>
    <link>http://knotenpunkte.twoday.net/stories/5726395/</link>
    <description>Wie &lt;a href=&quot;http://knotenpunkte.twoday.net/stories/5661721/&quot;&gt;&lt;b&gt;versprochen&lt;/b&gt;&lt;/a&gt; haben wir den Praktikanten auf die Pirsch durch den Blätterwald geschickt, um Ihnen nun unser gesammeltes Halbwissen, ein paar Binsenweisheiten sowie die eine oder andere praktische Anregung zum Thema Kolumnenschreiben zu präsentieren. Stellen Sie sich vor, Sie sitzen in einem abgedunkelten Konferenzraum, auf dem Tisch ein paar Packungen Salzstangen und Billigkekse. Was, in Ihrer Firma geht es edler zu, mit frischem Faitrade-Kaffee und Plunderteilchen vom Bäcker? Na, da haben Sie aber Glück. Gleich gehts los, die Spannung steigt. Fast wie damals in der Schule, wenn der Diaprojektor mal wieder nicht funktionierte oder der Lehrer vergessen hatte, den Strom einzuschalten. Doch sieh an, die PowerPoint-Datei öffnet sich anstandslos, der Referent räuspert sich und beginnt zu sprechen. &lt;a href=&quot;http://knotenpunkte.twoday.net/stories/5726369/main&quot;&gt;&lt;b&gt;Hier&lt;/b&gt;&lt;/a&gt; finden Sie seinen Vortrag zum Ausdrucken.
&lt;ul&gt;  
&lt;li&gt;
Binsenweisheit Nummer eins: Es gibt keine Patentrezepte. Manche Kolumnen verschwinden sang- und klanglos wieder aus der Medienlandschaft, aus anderen werden Kultserien (Sex and the City), Bestseller-Romane (Helen Fieldings Bridget Jones-Geschichten) oder öffentliche Institutionen: Wer bildet sich noch eine eigene Meinung, ohne vorher nachzulesen, was Henryk M. Broder oder Harald Martenstein dazu sagen? Bastian Sicks &lt;a href=&quot;http://www.spiegel.de/kultur/zwiebelfisch/0,1518,332092,00.html&quot;&gt;&lt;b&gt;Zwiebelfisch&lt;/b&gt;&lt;/a&gt; hat für seine Kollegen aus dem Lektoratsgeschäft mehr Autorität als Duden und Wahrig zusammen, seine Lesungen zum Klein-klein der deutschen Grammatik füllen Konzerthallen, dabei strahlt er den Charme eines Klassenbesten im Lateinunterricht aus. &lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;  

&lt;ul&gt;  
&lt;li&gt;Zeitungskolumnen gelten als exterritorial  was im Normalfall für die zuständigen Redakteure bedeutet: Finger weg! , ihre Autoren müssen sich nicht strikt an die Blattlinie halten, sondern dürfen und sollen das Zielpublikum auch mal sanft gegen den Strich bürsten. Kolumnen können, müssen aber nicht thematisch gebunden sein. Ebenso wichtig wie ihr Inhalt ist in jedem Fall die Persönlichkeit des Autors  nicht zufällig werden sie oft mit dessen Porträtbild verziert. Dabei kann es sich um eine prominente Figur des öffentlichen Lebens handeln, um einen Fachexperten mit Herrschaftswissen oder auch um ein eigens zu diesem Zweck geschaffenes Alter ego: der ewige Griesgram, die kecke Nymphomanin, der brave Tölpel. (Oder auch: der noch nicht der Trotzphase entwachsene Praktikant; die kreative Chaotin; die so kompetente wie langmütige Chefin, die  den Laden trotzdem schmeißt.) Merke: In einer Kolumne darf es kräftig menscheln.&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt; 

&lt;ul&gt;  
&lt;li&gt;Nutzen Sie die Kolumne als Fingerübung, um verschiedenste Techniken und Stilmittel auszuprobieren. Von Satire über Parodie bis zur Tagebuch-, Brief- oder Dialogform ist fast alles erlaubt. Manche Kolumnisten pflegen einen leutseligen Plauderton, andere spitzen lieber polemisch zu. Was können, was wollen Sie Ihrer Leserschaft zumuten? Kolumnisten sind Dienstleister wie alle Schreiberlinge, egal ob sie sich für Freidenker oder Künstlernaturen halten. &lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;

&lt;ul&gt;  
&lt;li&gt;Kolumnen sind Lesehäppchen. Entsprechend würzig, knackig und scharf gepfeffert dürfen sie zubereitet, entsprechend sollten sie &lt;i&gt;cum grano salis&lt;/i&gt; genossen werden: Appetitanreger, keine Sättigungsbeilage. Mir persönlich mundet eine feine Prise Ironie stets am besten, aber das ist reine Geschmackssache. &lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;

&lt;ul&gt;  
&lt;li&gt;Wenn Ihre Kolumne eine Pointe hat, umso besser; erzwingen sollten Sie sie nicht. Auch hier gilt: Nichts ist peinlicher als ein Witz, über den nur der lacht, der ihn erzählt hat.&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt; 

&lt;ul&gt;  
&lt;li&gt;Das Schöne an einer Kolumne ist ihre Kürze. Sie brauchen Ihr jeweiliges Thema nicht erschöpfend zu behandeln, sondern können sich herauspicken, was Sie daran interessiert. Und wenn Sie wollen, können Sie über kurze Strecken einen Stil und ein Tempo durchhalten, die bei längeren Texten sowohl für Sie als für Ihre Leser sehr anstrengend wären.&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt; 

&lt;ul&gt;  
&lt;li&gt;Gewöhnen Sie sich an, immer ein Notizbuch mit sich herumzutragen  wenn Sie ein modernerer Mensch sind als wir, tuts auch ein Diktaphon. Wenn Ihnen beim Zeitungslesen, Einkaufen, Spazierengehen, im Kino, Café, Schwimmbad oder Fitness-Studio, in der U-Bahn oder auf dem Trödelmarkt eine Idee kommt  sofort aufschreiben! Einiges werden Sie erst in einem Jahr verwenden, anderes wieder verwerfen  macht gar nichts. Manche Leute legen sich eine Kartei oder Datenbank an, um Formulierungen zu sammeln, die sie besonders genial finden. Das ist eine prima Sache  solange Sie es nicht machen wie ein uns bekannter Journalist, der so stolz auf eine Formulierung war, dass er in zwei grundverschiedenen Filmrezensionen Wort für Wort denselben Satz benutzte!&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;&lt;br /&gt;


&lt;img title=&quot;&quot; height=&quot;250&quot; alt=&quot;Schreibblockade&quot; width=&quot;400&quot; align=&quot;center&quot; class=&quot;center&quot; src=&quot;http://static.twoday.net/knotenpunkte/images/Schreibblockade.jpg&quot; /&gt;
&lt;ul&gt;  
&lt;li&gt;Schreibblockaden sind kein Problem, sondern eine Chance  nutzen Sie sie! Doch, ehrlich. Sie müssen es nur geschickt anstellen. Also, diese Woche ist ja Pfingsten, und ich weiß überhaupt nicht, was ich dazu schreiben soll : &lt;i&gt;So&lt;/i&gt; machen Sie sich höchstens zum Pfingstochsen. &lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;

&lt;ul&gt;  
&lt;li&gt;Zum Thema Pfingsten gäbe es bestimmt eine Menge zu sagen: aus christlicher Sicht, aus atheistischer Sicht, aus Arbeitgeber- oder aus Arbeitnehmersicht. Mir fällt dazu rein gar nicht sein. &lt;i&gt;Nada y pues nada&lt;/i&gt;, wie Hemingway gesagt hätte. Filmriss, Sendepause, Funkstille, Nachrichtensperre. &lt;i&gt;Tabula rasa&lt;/i&gt;. Mich beschäftigt vielmehr die Frage, wieso Biolimos dieses Jahr plötzlich wieder &lt;i&gt;out&lt;/i&gt; sind. Hat sich die Generation Capri-Sonne auf die Suche nach der verlorenen Kindheit begeben, als es noch keine E-Nummern gab und wir sie im Zweifelsfall sowieso für besonders wertvolle Vitamine gehalten hätten? Oder wird in Zeiten der Weltwirtschaftskrise zunehmend darauf verzichtet, die gleichzeitige Verfügbarkeit von Freizeit und Einkommen durch den Besuch trendiger Gastronomiebetriebe und den Konsum ökologisch korrekter Produkte des heimischen Kleinkapitalismus zur Schau zu stellen? ... Und schon haben Sie aus dem Nichts eine Art Kolumne gezaubert. Allzu oft sollten Sie sich solche Sperenzchen freilich nicht erlauben, und in Ihrer Probezeit wohl auch nicht. &lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;

Das Licht geht wieder an, alle blinzeln, fünf Hände grabschen nach den letzten zwei Plätzchen mit Schokoladenüberzug. Der Referent (genau, es ist unser Praktikant  hat er doch super gemacht, oder? Wir sind richtig stolz auf ihn!) zupft an seiner Krawatte. Noch Fragen?</description>
    <dc:creator>Beate Brown </dc:creator>
    <dc:subject>Kreatives Schreiben</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2009 Beate Brown </dc:rights>
    <dc:date>2009-05-28T10:30:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://knotenpunkte.twoday.net/stories/5716548/">
    <title>Toleranz</title>
    <link>http://knotenpunkte.twoday.net/stories/5716548/</link>
    <description>Je wärmer es wird, je weiter meine eigenen Rocksäume nach oben wandern, desto erschreckender wird mir jeden Sommer bewusst, wie viele unserer Nachbarinnen nur noch von Kopf bis Fuß verhüllt vor die Tür gehen. Manchmal möchte ich sie zur Rede stellen, ob das ein Akt der Unterwerfung oder des freien Willens ist: Wem gehören eure Körper  euch, die ihr sie unliebsamen  Blicken entzieht, oder euren Vätern, Onkeln, Brüdern, Ehemännern, die euch dazu zwingen? Wessen Freiheit größer ist  meine, weil ich anziehe, was ich will, oder eure, weil ihr nicht auf Schritt und Tritt von notgeilen Augen ausgezogen werdet , brauche ich nicht zu fragen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber ich bleibe stumm. Aus Respekt, wie ich mir einrede, aus weltoffener Toleranz. Wohl auch aus Feigheit. Statt dessen starren wir uns in der U-Bahn oder bei Aldi gegenseitig an. Keine Ahnung, was sie in meinem Gesicht lesen  Unverständnis? Missfallen?  Neugier? Mitleid? Verzweiflung gar: vierzig Jahre Feminismus und jetzt das? , aber ich fürchte, in ihren steht etwas ganz anderes als der Neid, den ich unter umgekehrten Vorzeichen empfinden würde. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vielleicht sollte ich sie einfach ansprechen. Vor fünfzehn Jahren habe ich mal ein paar Monate in einer Fabrik gejobbt. Insgesamt waren wir ungefähr zwanzig Frauen, zur Hälfte Deutsche, zur Hälfte Türkinnen, von denen einige Jeans und T-Shirts, andere volle Kopftuchmontur trugen. Die Älteste war knapp 50, die Jüngste gerade 19. Die Arbeit war langweilig, aber nicht anstrengend, und in unserer Nähe dröhnten auch keine lauten Maschinen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was glauben Sie, womit wir uns die Zeit vertrieben haben. Wir haben tütenweise diverse Suchtmittel aus der Produktpalette von Katjes und Haribo konsumiert und geredet  und geredet: acht Stunden am Tag, fünf Tage die Woche. Nicht gerade über Gott und die Welt, aber über ziemlich viel, was uns im Alltag bewegte und begegnete, bis hin zu den Nichtsnutzen in unseren Betten, die als mein Bekannter tituliert wurden, sofern es sich nicht um den angetrauten Herrn Gemahl handelte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Selten in meinem Leben habe ich mich mit eigentlich Wildfremden so offen ausgetauscht. (Dass die meisten meiner Kolleginnen den Rest ihrer Tage zwischen Küche, Kreissaal, Moschee, Arbeitsamt und Zeitvertrag verbringen dürften, während ich nur kurz Zwischenstation machte, um Schulden bei meinen Eltern zurückzuzahlen und für das nächste Surf-Abenteuer zu sparen, ist natürlich eine andere Geschichte.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So gern ich an jenen Frühling zurückdenke  17 Mark pro Stunde waren damals eine Menge Geld für mich , kommt leider immer öfter eine weniger schöne Erinnerung hoch, wenn ich im Sommer bei uns im Kiez unterwegs bin. Nämlich daran, wie ich mich mal in Shorts und Trägertop in das ultra-orthodoxe Jerusalemer Viertel Mea Sharim verirrt habe  ein Fehler, vor dem jeder Reiseführer ausdrücklich und eindringlich warnt. Wenn Blicke steinigen könnten ... Am Ende war es eine Frau, die mich am Arm packte und mir unmissverständlich bedeutete, dass meinesgleichen dort nicht erwünscht war.</description>
    <dc:creator>Beate Brown </dc:creator>
    <dc:subject>Aus dem Kiez</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2009 Beate Brown </dc:rights>
    <dc:date>2009-05-23T12:32:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://knotenpunkte.twoday.net/stories/5704301/">
    <title>Hallo-Wege</title>
    <link>http://knotenpunkte.twoday.net/stories/5704301/</link>
    <description>In der Stadt, in der ich den Großteil meines Studiums verbracht habe, gibt es einen Fußweg, den wir den Hallo-Weg nannten. Er verbindet mehrere Universitätsgebäude und die Mensa miteinander, und fast immer traf man dort Kommilitonen, die man zumindest vom Sehen kannte. Wir taten alle so, als ginge uns die ganze Grüßerei gewaltig auf den Keks, dabei war ich bestimmt nicht die Einzige, die es insgeheim schön fand, inmitten der geschäftigen Anonymität der Massenuni so viele Menschen zu haben, die sich die Zeit nahmen, kurz stehen zu bleiben und Neuigkeiten auszutauschen: Zufallsbekanntschaften, mit denen ich mal zu einer Demo gefahren war, ein Referat vorbereitet oder auf einer Party den Sinn des Lebens geklärt hatte, oder aber liebe Freunde aus der Fachschaft, der Theater-AG, der Creative-Writing-Gruppe. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch wenn ich es ihnen damals nie und nimmer zugestanden hätte, diesen unverbesserlichen Reaktionären, war es wohl ein ganz ähnliches Gefühl, das meinen Opa und meine Onkels beseelte, wenn sie in ihren komischen Schärpen zum Pfingstkommers ihrer Burschenschaft aufbrachen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In seinem politischen Manifest The Audacity of Hope schildert Barack Obama, warum er sich als junger Mann taufen ließ: nicht etwa, weil Gott ihm in einem brennenden Busch erschienen wäre, sondern weil er zu begreifen begann, daß ich ohne ein eindeutiges Bekenntnis zu einer bestimmten Glaubensgemeinschaft dazu verurteilt wäre, in gewisser Weise immer abseits zu stehen  genauso frei, wie meine Mutter frei war, aber auch genauso allein,  wie sie letztlich allein war. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mein Liebster, einer der größten Eigenbrötler, die mir je begegnet sind, kommt vom Hertha-Spiel nach Hause und schwärmt von dem Gemeinschaftserlebnis, das ihm im Olympiastadion zuteil ward. Und ich selber  was glauben Sie, wie wohlig warm mir ums Herz wird, wenn ich am Morgen eines großen Volkslaufs in eine U-Bahn einsteige, die nach Schweiß und Adrenalin stinkt, und mich von Mitgliedern meines Stammes umgeben weiß! Offensichtlich haben wir alle dieses Bedürfnis, einem wie auch immer gearteten Kollektiv anzugehören  und eben nicht nur irgendeiner konsumgesellschaftlichen Zielgruppe, die sich die Marktforschung ausgedacht hat. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heute können die Studierenden an meiner alten Uni ihrem Herdentrieb in Kommunikationsnetzwerken wie StudiVZ, Facebook oder Twitter frönen. Altmodisch, wie ich bin, hoffe ich trotzdem, dass sie ab und zu von ihren Handys aufblicken, einander anlächeln, in die Augen sehen und Hallo sagen, wenn sie zwischen Vorlesung und Mittagessen unterwegs sind.</description>
    <dc:creator>Beate Brown </dc:creator>
    <dc:subject>Kommunikation</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2009 Beate Brown </dc:rights>
    <dc:date>2009-05-16T09:25:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://knotenpunkte.twoday.net/stories/5689624/">
    <title>Betrachtungen einer Unbefugten</title>
    <link>http://knotenpunkte.twoday.net/stories/5689624/</link>
    <description>Heute &lt;a href=&quot;http://www.berlin.de/rbmskzl/veranstaltung/luftbruecke/&quot;&gt;&lt;b&gt;fliegt der Rosinenbomber noch einmal&lt;/b&gt;&lt;/a&gt;  der ehemalige Flughafen Tempelhof feiert sechzig Jahre Ende der sowjetischen Lebensmittelblockade. Herzlichen Glückwunsch! &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit Tempelhof am 31. Oktober 2008 seinen Flugbetrieb einstellte, sind unsere Balkonmöbel, Fensterscheiben und Gardinen so sauber wie nie zuvor, das Wohnzimmer wird nicht mehr regelmäßig vom Höllenlärm einer Maschine im Landeanflug erschüttert, und erstmals seit Jahren leide ich in diesem Frühling kaum unter Heuschnupfen-Beschwerden. Statt vor Schreck aus dem Bett zu fallen, wenn der erste Tiefflieger des Tages über uns hinweg donnert, werden wir nun sanft vom Getöse der Müllmänner aus Morpheus Armen gerissen  Verzeihung, vom Servicepersonal der Stadtreinigung, das einfach nicht einsehen will, warum andere Leute um halb sechs noch schlafen sollen, wenn sie selber in aller Herrgottsfrühe aus den Federn müssen. So weit, so prima. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die Schließung warb der Senat seinerzeit mit Visionen eines Freizeitgeländes nach dem Vorbild des Central oder des Hyde Park, die mein Läuferinnenherz höher schlagen ließen  auch wenn ich selbstverständlich niemals so gutgläubig war, sie für bare Münze zu nehmen. Ein halbes Jahr später ist der Zaun so hoch und so stark bewacht wie eh und je, uns Unbefugten bleibt das Betreten verboten. Zwischennutzungskonzepte beschränken sich auf fantasielose Spektakel wie die &lt;a href=&quot;http://www.pyromusikale.de/&quot;&gt;&lt;b&gt;Pyromusikale&lt;/b&gt;&lt;/a&gt; oder teure Großveranstaltungen wie das &lt;a href=&quot;http://www.berlinfestival.de&quot;&gt;&lt;b&gt;Berlin-Festival&lt;/b&gt;&lt;/a&gt; und ein Reitturnier im kommenden Herbst (na, immerhin). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während früher wenigstens die Flughafenmitarbeiter auf der Innenseite des Zauns ihre Runden drehen durften  zu unser aller großem Neid, denn ihre Trainingsbahn wurde bei Schnee und Eis immer astrein frei geräumt , verfügt Berlin nun über eine ganz und gar menschenleere Grünfläche von der Größe eines Central oder Hyde Park. Doch wo ich blühende Wiesenlandschaften und fröhlich picknickende Menschen sehe, sehen andere 1A-Bauland im Wert von Millionen Euro. Tagtäglich werden in Deutschland um die einhundert Hektar Boden versiegelt, wieso sollte dieser kerosingetränkte Flecken deutscher Nachkriegsgeschichte davon verschont bleiben? Wenn wir Glück haben, wird das 158. Einkaufszentrum draus, dessen Türen wenigstens für alle offen stünden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor kurzem flatterte uns nun das Schreiben einer GEWOBAG Kapital- und Mieterhöhungsgesellschaft mbH in die Briefkästen. Die Pläne des  Berliner Senats sehen vor, in Ihrer Umgebung Luxuswohnungen zu errichten. In einem ersten Schritt planen wir, Ihre Miete zu erhöhen, um mit diesen Mitteln Ihr Mietobjekt zu sanieren, wird darin mitgeteilt. Wenn Sie über genügend Einkommen verfügen, würden wir uns freuen, Sie weiterhin als Mieter in unserem Hause behalten zu dürfen. Falls Sie die erforderlichen finanziellen Mittel nicht aufbringen können oder gar nicht aufbringen wollen, bitten wir Sie, ohne großes Aufsehen Ihre Wohnung zu räumen, um Platz für besser Verdienende zu schaffen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei näherem Hinsehen entpuppte sich diese Mieterinformation als Fälschung. Ihr Urheber ist eine Initiative, die Ideen für eine sinnvolle, nicht kommerzielle Nutzung des Flughafengeländes sammelt und im Rahmen einer Besetzungsaktion offenbar auch verwirklichen will. Dass sie sich aber auf den ersten Blick so plausibel und realistisch las, sagt wiederum mehr über die Zustände in unserer Gesellschaft als über meine Gutgläubigkeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einer bankrotten Stadt mit 14,7 Prozent Arbeitslosigkeit zu leben, in der fast jeder Zehnte am sozialen Tropf hängt, ist bei allem abgewrackten Charme, bei aller Romantik ruinierter Träume keine reine Freude  das wurde für die breite Masse der Unbefugten spätestens 2001 deutlich, als die Berliner Bäderbetriebe in der Folge des &lt;a href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/Berliner_Bankenskandal&quot;&gt;&lt;b&gt;Bankenskandals&lt;/b&gt;&lt;/a&gt; schlagartig ihre Eintrittspreise verdoppelten, Dauerkarten abschafften, die Sommersaison um zwei Monate verkürzten und anfingen, Freibäder zu verpachten oder ganz zu schließen. Aber ist &lt;a href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/Gentrifizierung&quot;&gt;&lt;b&gt;Gentrifizierung&lt;/b&gt;&lt;/a&gt; mit Hilfe finanzstarker Investoren wirklich ein Allheilmittel (ganz abgesehen davon, dass finanzstarke Investoren in Zeiten der Weltwirtschaftskrise zunehmend dünn gesät sind und sich andererseits die Nachfrage nach Luxuswohnungen bis auf weiteres erledigt haben dürfte)? Gibt es zwischen arm, aber sexy und reich, aber das Prekariat darf nur durch den Zaun zuschauen wirklich keine Hoffnung für Berlin?</description>
    <dc:creator>Beate Brown </dc:creator>
    <dc:subject>Aus dem Kiez</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2009 Beate Brown </dc:rights>
    <dc:date>2009-05-12T08:55:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://knotenpunkte.twoday.net/stories/5689452/">
    <title>Grille vom Grill</title>
    <link>http://knotenpunkte.twoday.net/stories/5689452/</link>
    <description>Normalerweise gehöre ich nicht zu den Leuten, die ständig über den Kulturverfall in der Spaßgesellschaft jammern  überhaupt nicht. Kultur ist, was wir draus machen! Dass sich aber in den letzten Jahren in amtliche Mitteilungen, in den offiziellen Sprachgebrauch also, immer mehr Rechtschreibfehler eingeschlichen habe, finde ich dennoch bedenklich. Bei uns im Park hat die Bezirksverwaltung Schilder aufgestellt:  Hier dürfen Sie Grillen  ja, was denn: Grillen fangen, Grillen beobachten, Grillen aussetzen? Oder soll das gar heißen: Hier dürfen Sie Grillen grillen? (Mmm, lecker.) Und neulich habe ich auf einem Fabrikgelände  halbamtlich sozusagen  einen Warnhinweis gesehen: Wiederrechtliches Betreten verboten! Inzwischen wundert es mich schon längst nicht mehr, dass der türkische Imbiss um die Ecke sich in irgendeinem Schilderladen eine ansonsten sehr professionell aussehende Werbetafel hat anfertigen lassen, auf der Täglisch neue Eintöpfer angeboten werden.</description>
    <dc:creator>Beate Brown </dc:creator>
    <dc:subject>Schnappschüsse</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2009 Beate Brown </dc:rights>
    <dc:date>2009-05-08T07:41:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://knotenpunkte.twoday.net/stories/5681349/">
    <title>Lebenslanges Lernen</title>
    <link>http://knotenpunkte.twoday.net/stories/5681349/</link>
    <description>Es ist eine alte Binsenweisheit, dass man die meisten Dinge nur lernt, indem man sie immer wieder übt. Reiten lernt man nur durch Reiten, bekam ich als Kind zu hören, wenn ich zu ungeduldig wurde und hoffte, von einem Tag auf den anderen zur Turnierreiterin zu werden. Ich hatte haufenweise schlaue Bücher über Pferde gelesen, in denen alles so leicht wirkte, und ich war verwundert und enttäuscht, weil die Realität anders aussah. Ich hatte nicht bedacht, dass ich viel Zeit brauchen würde, um Reiten zu lernen, dass ich nicht einfach aus dem Stand losgaloppieren konnte, sondern dass das Ganze deutlich komplizierter war. Ich brauchte viel Unterricht, vor allem aber musste ich einfach oft im Sattel sitzen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ähnlich ist es mit so ziemlich allem, was man im Leben lernt  auch mit dem Schreiben. Ich habe immer gerne geschrieben. Ich erinnere mich noch sehr genau daran, mit wie viel Freude ich mit dicken Stiften Buchstaben malte, Seite um Seite immer wieder dieselben Kringel, die mal ein A und mal ein E werden sollten. Und als ich endlich richtige Sätze schreiben konnte, die über das Niveau von Oma ist krank und Uwe spielt mit Ute hinaus gingen, öffnete sich mir eine neue Welt, in die ich begeistert eintrat. Fortan schrieb ich ständig, und zwar nicht nur für die Schule. Ich schrieb Briefe an all die Brieffreunde, die ich mir gesucht hatte, und in den Ferien auch an all meine Schulfreunde. Ich schrieb Tagebuch, in dem ich mich über Freud und Leid im Dasein einer Neunjährigen ausließ. Und ich dachte mir Geschichten aus, die ich in Schulhefte schrieb, die ich mit selbst gemalten Bildern verschönerte. Ohne es zu merken, entwickelte sich meine Sprache dadurch weiter. Die Sätze wurden immer flüssiger, die Ideen setzte ich immer besser um. Als ich älter wurde, begann ich zu experimentieren, ich schrieb Gedichte und haufenweise Texte, die ich heute als stilistische Übungen betrachten würde. Ich gab sie nie jemandem zum Lesen und war oft frustriert, dass aus den kleinen Fingerspielen nicht mehr wurde. Heute denke ich, dass ich dieses Experimentieren brauchte, das Suchen nach meinem eigenen Schreibstil, meine ganz persönliche Art, mich auszudrücken. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den letzten Jahren habe ich sehr viel geschrieben, viel mehr als jemals zuvor. Das lag vor allem am Bloggen. Hier fand ich eine wunderbar einfache Möglichkeit, mich auszuprobieren und kleine und große Fingerübungen einem Publikum zu präsentieren. Die öffentliche Präsentation war dabei immer auch ein guter Anreiz. Man schreibt eben doch anders, wenn man genau weiß, dass etliche Leute einen Text lesen werden, als wenn er nur in der Schublade landet. In verschiedenen privat geführten Blogs habe ich viel herum gespielt und alltägliche Begebenheiten immer wieder neu verpackt. Es geht ja beim Bloggen selten um die ganz großen Ereignisse (es sei denn, man führt ein Journalisten-Blog), sondern um das tägliche Einerlei, das auf den ersten Blick vielleicht langweilig erscheint. Aber die Kunst liegt eben darin, diese Banalitäten des Alltags lebendig werden zu lassen. Ich gewöhnte mir an, ganz regelmäßig neue Texte zu veröffentlichen, auf diese Weise blieb ich ständig im Training. Und das kann ich nur empfehlen. Ein, zwei Blogtexte pro Woche genügen bereits, um dran zu bleiben. Es ist immer wieder spannend, zu sehen, welche Texte die Leser besonders mögen. Kritische Rückmeldungen bezüglich des Stils wird man dabei jedoch selten erhalten. Dafür sollte man sich eher in ein Literatur-Forum begeben. Doch Vorsicht! Häufig trifft man dort Selbstdarsteller an, die ihre eigenen Arbeiten erhöhen, indem sie die anderer Leute niedermachen. Mit konstruktiver Kritik hat das selten etwas zu tun. Hilfreich ist es aber in jedem Fall, viel zu lesen, andere Blogs, literarische Beiträge in Foren oder natürlich bereits veröffentlichte Bücher. Und es ist mindestens genauso hilfreich, sich gelegentlich mal in einem Seminar Tipps von einem Profi geben zu lassen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Kind habe ich ganz eifrig Enid Blyton mit ihren Hanni und Nanni-Geschichten kopiert. So fängt es immer an. Man kopiert erfolgreiche Autoren. Auch heute noch gucke ich mir immer wieder Tricks bei den ganz Großen ab. Ich schaue genau hin, um zu lernen, wie Geschichten konstruiert sind, die mir gefallen, wie Dialoge beschaffen sind und Charaktere wachsen. Irgendwann muss man dann freilich etwas Eigenes finden, aber das kommt oft ganz von selbst, solange man dran bleibt und schreibt, schreibt, schreibt. Fertig ist man eigentlich nie. Aber das ist auch das Schöne am Schreiben, genauso wie am Reiten: Es wird nie langweilig, denn man kann auch nach dreißig Jahren immer noch ganz viel Neues lernen und sich selbst verbessern. Ich bleibe dran. Sie auch?</description>
    <dc:creator>Katharina Burkhardt</dc:creator>
    <dc:subject>Kreatives Schreiben</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2009 Katharina Burkhardt</dc:rights>
    <dc:date>2009-05-04T14:11:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://knotenpunkte.twoday.net/stories/5675354/">
    <title>Vom Glück und anderen Schweinereien</title>
    <link>http://knotenpunkte.twoday.net/stories/5675354/</link>
    <description>Das Leben könnte so schön sein im Moment. Jeden Tag scheint die Sonne, und das schon seit Wochen. Allen meinen Lieben geht es gut, bloß mein Vater zitiert auf Fragen nach seinem Befinden bevorzugt seinen Hausarzt: auf niedrigem Niveau stabil. Und  meinem Schwager dämmert allmählich, dass Alkohol kein wirksames Mittel gegen Depressionen ist  ausgerechnet in Neuseeland, wo Männer mit Depressionen nach dem Motto &lt;i&gt;If you cant fix it with number-nine wire, shoot it&lt;/i&gt; lieber zur Schrotflinte als zum Prozac-Döschen greifen: Wenn es sich nicht mit Allzweckdraht flicken lässt, schieß drauf! &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe gerade genug Arbeit, um mir keine allzu großen Geldsorgen machen zu müssen, aber nicht soviel, dass es mich erdrückt. Das &lt;a href=&quot;http://knotenpunkte.twoday.net/stories/5622545&quot;&gt;&lt;b&gt;Lauftraining&lt;/b&gt;&lt;/a&gt; macht bei diesem Wetter besonders viel Spaß, die &lt;a href=&quot;http://www.freiluftkino-kreuzberg.de/start.html&quot;&gt;&lt;b&gt;Freiluftkino-&lt;/b&gt;&lt;/a&gt; und &lt;a href=&quot;http://blogs.taz.de/prinzenbad/&quot;&gt;&lt;b&gt;Sommerbad-&lt;/b&gt;&lt;/a&gt;-Saison steht vor der Tür, und auch auf ein paar tolle Konzerte können wir uns freuen. Sogar unser Nachbar, den wir samt Hund schon verschollen fürchteten, ist plötzlich wieder da und zankt so genüsslich wie eh und je mit seiner Frau. Was will ich mehr? Höchstens dies: dass nicht jedes Mal, wenn ich das Radio einschalte, eine Hiobsbotschaft nach der anderen in mein kleines Alltagsglück eindringt. Wer die Wirtschaftskrise überlebt, den wird die Schweinegrippe dahinraffen, oder war es umgekehrt? Wie auch immer, jedenfalls ist Leben eine unheilbare Erbkrankheit mit tödlichem Verlauf  und wehe dem, der das einen Augenblick lang zu vergessen wagt! &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Du darfst die Augen und Ohren nicht vor der Wirklichkeit verschließen, belehrt mich mein Schatz  dieser große Realist, der mal wieder dabei ist, seine &lt;a href=&quot;http://knotenpunkte.twoday.net/stories/5538138&quot;&gt;&lt;b&gt;Plattensammlung&lt;/b&gt;&lt;/a&gt;  nach einem neuen System umzusortieren , wenn ich den Weltuntergangspropheten von der Tagesschau mit einem Griff zur Fernbedienung den Mund verbiete. Man muss eben vorbereitet sein!  Vorbereitet? spotte ich. Besorg du dir doch erstmal eine Gesichtsmaske in Hertha-Farben für das Spiel gegen Bochum, und dann reden wir weiter. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lieber Heuschnupfen als Schweinegrippe! tröste ich eine Freundin, die über ihre roten Augen und geschwollene Nase jammert. Aber alle blöden Sprüche helfen überhaupt nichts, wenn mich morgens um drei mein innerer Weckalarm aus dem Schlaf reißt. Dass solche nächtlichen Beklemmungen tief in den Genen stecken und ursprünglich wohl einen Schutzinstinkt darstellten, damit unsere Vorfahren Überfällen wilder Tiere oder feindlicher Krieger nicht wehrlos träumend ausgeliefert waren  auch das Wissen darum nützt herzlich wenig, wenn die Panik mir den Atem raubt: Panik um unsere finanzielle Zukunft, Panik vor der Schweinegrippe und noch schlimmeren Diagnosen, vor dem Älterwerden und vor lauter Schicksalsschlägen, auf die ich mich überhaupt nicht vorbereiten kann, weil ich keine Ahnung habe, dass sie mir bevorstehen. Dabei ist das Leben so schön!</description>
    <dc:creator>Beate Brown </dc:creator>
    <dc:subject>Leben</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2009 Beate Brown </dc:rights>
    <dc:date>2009-05-01T09:52:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://knotenpunkte.twoday.net/stories/5670959/">
    <title>Size Germany</title>
    <link>http://knotenpunkte.twoday.net/stories/5670959/</link>
    <description>Nun ist es also amtlich: Wir Deutschen werden zwar immer größer, gehen vor allem aber mehr und mehr in die Breite. Auf die wenig überraschenden Ergebnisse der &lt;a href=&quot;http://www.welt.de/wissenschaft/article3595128/Deutsche-wachsen-weiter-aber-eher-in-die-Breite.html&quot;&gt;&lt;b&gt;Size-Germany-Studie&lt;/b&gt;&lt;/a&gt; reagiert die Bekleidungsindustrie und passt nun die Konfektionsgrößen den veränderten Körpermaßen an. Dann ist wenigstens optisch wieder alles einigermaßen im Lot. Das behauptet zumindest die Werbung. In Wahrheit wird es für alle Menschen, die von der Norm abweichen, wohl eher schwieriger, die passende Kleidung zu finden  vor allem, wenn man so klein und schlank ist wie ich. Während anderswo Individualität gefordert wird, muss man also Durchschnitt sein, um gut angezogen auszusehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich grübele gerade darüber nach, wie ich meine fehlenden Zentimeter ausgleichen kann (nur noch High Heels tragen?)und wie meine schmale Taille fülliger wird (mehr Sahnetorte essen?). Da ruft mich Frau &lt;a href=&quot;http://knotenpunkte.twoday.net/stories/5412862/&quot;&gt;&lt;b&gt;M.&lt;/b&gt;&lt;/a&gt; an. &lt;br /&gt;
Sagen Sie mal, hilft so ein Coaching eigentlich auch beim Abnehmen?&lt;br /&gt;
Ja, das kann es, sage ich zögernd. Frau M. hat bereits eine schlanke, sportliche Figur. Die will doch wohl nicht noch mehr abnehmen? Das fände ich nicht sehr gesund. Mit einem derartig überzogenen Schlankheitswahn würde Frau M. allerdings nicht alleine dastehen. Denn während zahlreiche Frauen mit Übergewicht kämpfen, leiden ebenfalls sehr viele unter Magersucht. Frau M. erklärt zu meiner Beruhigung jedoch, es gehe um eine gute Freundin, die sei recht dick und schon ganz verzweifelt, weil bisher keine Diät bei ihr geholfen habe. &lt;br /&gt;
Sie hat nach jeder Diät in kürzester Zeit wieder zugenommen, manchmal war sie hinterher sogar dicker als vorher. Sie kennen das ja, sagt Frau M. und klingt so, als würde ich jede Woche eine neue Diät ausprobieren. Dabei gehöre ich zu den glücklichen Menschen, die kaum zunehmen und eher zu wenig als zu viel wiegen. Frau M.s Freundin hingegen hat mittlerweile gesundheitliche Probleme und muss unbedingt mindestens zehn Kilo abspecken. &lt;br /&gt;
Gibt es irgendeine Möglichkeit, wie sie das dauerhaft hinkriegen kann? fragt Frau M. &lt;br /&gt;
Ich denke schon, sage ich, und dann erkläre ich Frau M., wie das funktionieren kann: &lt;br /&gt;
Zum Abnehmen gehören drei Aspekte: eine gesunde Ernährung, genügend Bewegung und die richtige mentale Einstellung. Nur wenn alle drei Aspekte gleichermaßen beachtet werden, klappt es überhaupt mit einem gesunden Abnehmen. Vor allem auf mentaler Ebene scheitern viele Leute  und damit wird jedes Diätprogramm hinfällig. Es gibt aber einige gute Tricks, wie Ihre Freundin ihr Gehirn davon überzeugen kann, dass sie unbedingt zehn Kilo weniger wiegen muss  und zwar dauerhaft. Allerdings nimmt sie auf diese Weise nicht von einem Tag auf den anderen ab. Sie braucht Zeit dafür. Und die Bereitschaft, an sich selbst zu arbeiten und ihre Lebensweise grundlegend zu verändern. Die meisten Diäten führen sehr schnell zu einem sichtbaren Erfolg und fordern einen vergleichsweise geringen Einsatz. Daher sind sie so beliebt. Aber wenn Ihre Freundin dauerhaft schlanker sein möchte, dann sollte sie sich dem Problem von Grund auf stellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich füge hinzu, dass ich Frau M.s Freundin gerne beim Abnehmen unterstütze. Meine Aufgabe bestünde dann vor allem darin, ihr die richtigen Anleitungen zu geben und sie zu motivieren. Das kann besonders hilfreich sein, falls ihr gerade in den ersten Monaten das Durchhaltevermögen fehlt. Frau M.s Freundin kann aber auch auf eigene Faust ihr Leben umkrempeln. Dafür empfehle ich ihr und allen anderen Menschen, die abnehmen möchten, das Buch von Cora Besser-Siegmund: &lt;a href=&quot;http://www.easy-weight.de/index.htm&quot;&gt;&lt;b&gt;Easy Weight - der Weg zum natürlichen Schlanksein. Abnehmen beginnt im Kopf&lt;/b&gt;&lt;/a&gt;.&lt;br /&gt;
Das Buch befasst sich vor allem mit dem mentalen Aspekt des Abnehmens. Es zeigt, warum Schlanksein im Kopf beginnt und wie das eigene Gewicht tatsächlich beeinflussbar ist. Ich kann dieses Buch allen Menschen sehr empfehlen, die schon etliche Diäten erfolglos ausprobiert haben. &lt;br /&gt;
Das klingt ja richtig spannend, findet Frau M., und bevor sie auflegt versichert sie mir, dass sie jetzt gleich ihre Freundin anrufen und ihr von unserem Gespräch erzählen muss. Und während diese Freundin noch überlegt, ob sie lieber alleine oder mit meiner Unterstützung abnehmen möchte, gehe ich Shoppen und hoffe, dass ich trotz neuer Konfektionsgrößen etwas Passendes finde. Das muss doch zu schaffen sein, auch wenn man keine Supermodel-Maße hat.</description>
    <dc:creator>Katharina Burkhardt</dc:creator>
    <dc:subject>Coaching</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2009 Katharina Burkhardt</dc:rights>
    <dc:date>2009-04-28T13:43:00Z</dc:date>
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