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    <title>Knotenpunkte (Leben und so.)</title>
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    <description>Leben und so.</description>
    <dc:publisher>Katharina Burkhardt</dc:publisher>
    <dc:creator>Katharina Burkhardt</dc:creator>
    <dc:date>2009-10-28T10:33:59Z</dc:date>
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  <image rdf:about="http://static.twoday.net/knotenpunkte/images/icon.jpg">
    <title>Knotenpunkte</title>
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    <title>Karrierefrauen</title>
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    <description>Allein zu leben, ist für viele Menschen eine grässliche Vorstellung. Alles alleine entscheiden müssen, den Alltag komplett alleine organisieren, auf Nähe und Zärtlichkeit verzichten, Einsamkeit aushalten  das alles klingt wenig verlockend und ist wohl einer der Hauptgründe, warum Viele es vorziehen, lieber in wenig glücklichen Beziehungen auszuharren, als sich nach einer Trennung längeren Zeiten des Alleinseins auszusetzen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Umgekehrt macht große Stärke es wiederum schwierig, sich auf einen Partner einzustellen, Kompromisse einzugehen, sich selbst zurückzunehmen. Vor allem bei Frauen in Führungspositionen bleibt daher das Privatleben häufig auf der Strecke, wie Business Coach Christina Kuenzle &lt;a href=&quot;http://www.manager-magazin.de/koepfe/artikel/0,2828,656550,00.html&quot;&gt;&lt;b&gt;festgestellt&lt;/b&gt;&lt;/a&gt; hat. Interessant dabei finde ich den Aspekt, dass Männer sehr wohl Beziehungen unter ihrem Stand eingehen, während Frauen das nicht tun. Der Chefarzt heiratet die Krankenschwester, die Chefärztin jedoch keinesfalls den Krankenpfleger. Frauen suchen Partner, die ihnen auf beruflicher Ebene mindestens ebenbürtig sind. Bei Frauen in hohen Führungspositionen bedeutet das also, dass sie vorzugsweise nach einem anderen Alphatier Ausschau halten. Eine derartige Verbindung geht jedoch häufig schief, weil dann auch zuhause noch Machtkämpfe ausgefochten werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun hat sich ja in unserer Gesellschaft in den letzten Jahrzehnten viel getan. Was früher absolut undenkbar war, ist heute selbstverständlich. Dass Frauen sich deutlich jüngere Männer suchen und mit ihnen dauerhaft glücklich werden können, wundert niemanden mehr. Dass Single-Frauen verschrobene Jungfrauen sind und als Fräulein gebrandmarkt werden  Schnee von gestern. Dass Männer auch eine weiche, weibliche Seite haben und diese bewusst in eine Partnerschaft einbringen, wird in jedem Hochglanzmagazin verkündet. Und doch scheinen gewisse Rollenbilder in uns so verankert zu sein, dass wir uns nicht von ihnen lösen können. Oder woran sonst liegt es, dass sich Frauen so schwer damit tun, eine Partnerschaft mit einem Mann einzugehen, der zwar nicht ihren Bildungsabschluss hat, aber ansonsten alle Qualitäten aufweist, um sie dauerhaft zu stützen und zu stärken und ihnen auch beruflich den Rücken freizuhalten?</description>
    <dc:creator>Katharina Burkhardt</dc:creator>
    <dc:subject>Singles</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2009 Katharina Burkhardt</dc:rights>
    <dc:date>2009-10-28T10:24:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://knotenpunkte.twoday.net/stories/6003635/">
    <title>Alle Jahre wieder</title>
    <link>http://knotenpunkte.twoday.net/stories/6003635/</link>
    <description>Irritiert es Sie auch jedes Jahr, wenn Sie bereits im September in den Geschäften die ersten Hinweise auf Weihnachten entdecken? Oder haben Sie sich an den Anblick gewöhnt und nehmen schulterzuckend zur Kenntnis, dass spätestens Mitte Oktober niemand mehr übersehen kann, dass es nun nur noch schlappe zwei Monate bis zum Fest der Feste sind? Gehören Sie vielleicht sogar zu all jenen Kunden, die dankbar sind, dass sie in aller Ruhe auswählen und vergleichen können, statt erst in letzter Sekunde loszuhetzen, um noch einen Restposten Adventskerzen zu ergattern? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich bin in der Hinsicht sehr altmodisch. Im Oktober ist Herbst, und sonst nichts (ich kann auch dem Halloween-Tralala nichts abgewinnen). Im November kommt die Zeit der stillen Tage, der Ruhe und Besinnung. Und erst nach dem Totensonntag richte ich den Blick nach vorne auf Weihnachten. Erst dann bin ich bereit, Lebkuchen und Lichterketten zu kaufen und mir über Geschenke für all meine Lieben Gedanken zu machen. Die Zeit reicht immer, egal wie voll mein Terminkalender ist. Ich bin noch nie in echte Hektik geraten. Das liegt sicher daran, dass ich mir bewusst Zeit nehme für das Schmücken meiner Wohnung und das Kaufen der Geschenke. Und es hat auch damit zu tun, dass meine Familie schon lange davon Abschied genommen hat, an Weihnachten das perfekteste Fest aller Zeiten zu feiern. Viel wichtiger ist, dass wir uns gemeinsam nach einem anstrengenden Jahr entspannen können und Zeit füreinander haben. Alles andere ist egal. Darum gehen wir tatsächlich sehr gelassen in die Feiertage.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und darum muss ich mir auch jetzt noch keine Gedanken über Weihnachten machen. Ich genieße lieber weiter den Herbst, statt diese Jahreszeit einfach zu überspringen. Weihnachten kommt doch sowieso. Im Dezember. Und dann habe auch ich garantiert Lust auf Strohsterne, Engel und selbstgebackene Plätzchen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Edit: &lt;br /&gt;
Ohne Werbung für die Kirchen machen zu wollen, aber gestern fiel mir zufällig diese Postkarte in die Hände. Sie passt sehr schön zu der kleinen Diskussion, die dieser Blogtext ausgelöst hat: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;img title=&quot;&quot; height=&quot;283&quot; alt=&quot;apfelbaum_advent_ist_im_dezember1&quot; width=&quot;400&quot; align=&quot;center&quot; class=&quot;center&quot; src=&quot;http://static.twoday.net/knotenpunkte/images/apfelbaum_advent_ist_im_dezember1.jpg&quot; /&gt;</description>
    <dc:creator>Katharina Burkhardt</dc:creator>
    <dc:subject>Leben</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2009 Katharina Burkhardt</dc:rights>
    <dc:date>2009-10-21T08:51:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://knotenpunkte.twoday.net/stories/5990700/">
    <title>Jahreszeiten</title>
    <link>http://knotenpunkte.twoday.net/stories/5990700/</link>
    <description>Ganz schön düster heute, was? sagte kürzlich ein Freund zu mir, als es besonders grau und verregnet war. Ich nickte seufzend. Von goldenem Oktober konnte in diesem Jahr wirklich keine Rede sein. Während der September sehr heiß und trocken war, wurde es in Norddeutschland mit dem Umblättern des Kalenderblatts schlagartig Herbst. Und das Schlimme daran, fuhr mein Freund mit Leidensmiene fort, ist ja die Tatsache, dass das jetzt ein halbes Jahr lang so bleibt. Ich erschrak. Ein halbes Jahr Regen, Kälte und Dunkelheit? Das konnte doch niemand ertragen. &lt;br /&gt;
Am nächsten Tag gingen zwei Männer hinter mir die Straße entlang. Und sonst so? fragte der eine. Gibt nix zu sagen, entgegnete der andere. Der Sommer ist vorbei und jetzt ist dieser scheiß Herbst da, und ich kriege Depressionen. Er sagte das so, als habe sein letztes Stündlein geschlagen und er innerlich bereits mit dem Leben abgeschlossen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es geht aber auch anders. Am vergangenen Wochenende unternahm ich mit meinen Nichten bei Sturm und Regen einen ausgedehnten Spaziergang. Die Laune der Mädchen stieg, je länger wir unterwegs waren. Unermüdlich sammelten sie bunte Blätter, Eicheln, Beeren und Nüsse. Ich liebe den Herbst! rief die Ältere begeistert und hielt ihr Gesicht in den Wind. Das war ja ein echtes Abenteuer, fand die Jüngere, als sie nass und durchgefroren, aber mit leuchtenden Augen heimwärts trottete. Zuhause hockten sie dann stundenlang in der Küche, pressten Blätter und bastelten Eichel-Männchen und Laubketten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich liebe den Herbst auch. Zugegeben, der Abschied vom Sommer tut mir jedes Jahr weh, und eine kurze Zeit lang denke auch ich voller Schrecken an Dunkelheit und Kälte. Aber im Sommer ist es oft viel zu heiß, um ausgedehnte Spaziergänge zu unternehmen, die ich sehr liebe. Am besten bei einem kräftigen Westwind, der alle trüben Gedanken fortbläst. Und nichts ist schöner, als sich anschließend mit einem Becher dampfendem Tee und einem spannenden Buch aufs Sofa zu kuscheln. Auch die Herbstfarben faszinieren mich. Die satten Rot-, Gelb- und Brauntöne begeistern mich jedes Jahr aufs Neue und finden sich auch in meiner Kleidung wieder, nicht zuletzt, weil mir diese Farben gut stehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gefällt mir überhaupt, dass wir verschiedene Jahreszeiten haben. Jede einzelne hat ihren Reiz, jeder Monat bringt Veränderungen in der Natur, die spannend und schön sind. Nur der Winter ist hier im Norden in der Tat oft ziemlich öde, weil es selten Schnee, dafür aber viel Regen und grauen Himmel gibt. So gesehen kann ich die Leute gut verstehen, deren Stimmung mit den Außentemperaturen sinkt. Früher haben mich diese Monate auch gelähmt. Inzwischen akzeptiere ich, dass auch die stillen Zeiten ihre Berechtigung haben, dass der Rückzug in die eigenen vier Wände, langes Schlafen und wenig äußere Ablenkung mir dazu helfen, aufzutanken und kreativ zu werden. Ich merke, dass es mir leichter fällt, mit den Jahreszeiten zu leben, als mich gegen sie zu stemmen. Im Grunde muss ich nur den Signalen meines Körpers folgen, dann bin ich immer genau im passenden Lebensrhythmus.</description>
    <dc:creator>Katharina Burkhardt</dc:creator>
    <dc:subject>Leben</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2009 Katharina Burkhardt</dc:rights>
    <dc:date>2009-10-13T14:35:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://knotenpunkte.twoday.net/stories/5915070/">
    <title>Hallo, ich sitze gerade in der U-Bahn</title>
    <link>http://knotenpunkte.twoday.net/stories/5915070/</link>
    <description>Das Private ist immer politisch  na ja, oder auch nicht. Seit der Erfindung des Mobiltelefons ist es auf jeden Fall hemmungslos öffentlich. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eins weiß ich: Wenn ich einmal alt und wunderlich bin (mit etwas Glück dauert das gar nicht mehr so lange) und das Bedürfnis, durch die Straßen zu laufen und laut vor mich hin zu zetern, nicht mehr so gut unterdrücken kann wie heute, werde ich mir einfach ein Handy ans Ohr halten, dann fällt das niemandem auf.</description>
    <dc:creator>Beate Brown </dc:creator>
    <dc:subject>Schnappschüsse</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2009 Beate Brown </dc:rights>
    <dc:date>2009-10-06T14:08:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://knotenpunkte.twoday.net/stories/5964147/">
    <title>Welten auseinander</title>
    <link>http://knotenpunkte.twoday.net/stories/5964147/</link>
    <description>Kürzlich veröffentlichte unser Stadtmagazin das Ergebnis einer redaktionsinternen Bundestagswahl:  Grüne 67,8 Prozent, Linke und SPD je 14,3 Prozent, Piraten 3,6 Prozent. Bei einer anderen Berliner Firma, von der ich gelegentlich Aufträge erhalte, kam in einer entsprechenden Umfrage jenseits der bürgerlich-wirtschaftsnahen Einheitsfront aus CDU und FDP überhaupt nur die Piratenpartei vor, durch deren Nennung sich der betreffende Kollege wohl als besonders jung geblieben und trendbewusst ausweisen wollte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun will ich um Himmels willen keine Mauer wieder aufbauen und keine Eisernen Vorhänge spannen. Aber manchmal frage ich mich schon  als reines Gedankenspiel , was passieren würde, wenn man Deutschland oder gleich ganz Europa einfach zweiteilte: In der einen Hälfte herrschte eine umwelt- und menschenfreundliche Politik gegenseitiger Toleranz und Solidarität, die sogar ihre Kriege aus humanitären Beweggründen führt; in der anderen könnte der christlich-abendländisch verbrämte Neoliberalismus sich ungehemmt austoben  und jede(r) von uns darf frei entscheiden, auf welcher Seite er oder sie lieber leben möchte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Klar, was dabei herauskäme, kann ich mir so gut vorstellen wie Sie. Im besten Fall würde es lediglich zu neuen Konflikten und Sollbruchstellen innerhalb dieser Ideologiestaaten kommen: hier die nationalchauvinistischen Anwandlungen der Linkspartei, dort die grenzenlose grüne Utopie. Ob es etwa doch sinnvoller ist, dass wir   Sie und ich, die Redaktion des Stadtmagazins und die Mitarbeiter jener Firma  uns alle irgendwie zusammenraufen und ständige Kompromisse aushandeln müssen: zwischen ökologischer Verantwortung und Wachstumswahn, Miteinander und Wettbewerb, Ausgestrahlt und Atomkraft? Ja bitte, zwischen Multikulti und Leitkultur?</description>
    <dc:creator>Beate Brown </dc:creator>
    <dc:subject>Nachgedacht</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2009 Beate Brown </dc:rights>
    <dc:date>2009-09-28T07:40:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://knotenpunkte.twoday.net/stories/5941950/">
    <title>Selbstmarketing für Künstler</title>
    <link>http://knotenpunkte.twoday.net/stories/5941950/</link>
    <description>Zusammen mit &lt;a href=&quot;http://www.roggenbach.eu/meine-person.htm?webftp=75053617be0d637c31f715384dc13690&amp;webftp=75053617be0d637c31f715384dc13690&quot;&gt;&lt;b&gt;Beatrice Roggenbach&lt;/b&gt;&lt;/a&gt; biete ich erneut ein Textseminar für Künstler an.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die eigene Kunst  und damit sich selbst  zu verkaufen, fällt gerade Künstlern oft besonders schwer. Wenn Sie an Wettbewerben teilnehmen möchten und Projektanträge ausfüllen müssen, kommen Sie jedoch an beschreibenden Texten nicht vorbei. In diesem Seminar lernen Sie, die Kernideen Ihrer Arbeit mit wenigen Sätzen zu beschreiben, präzise, originell und vor allem einmalig. Entdecken Sie, dass Schreiben kein lästiges Übel sein muss, sondern als Prozess der Selbstfindung eine wertvolle Bereicherung für Ihre Arbeit sein kann. Die Textarbeit wird ergänzt durch ausführliche Tipps rund um das Selbstmarketing für Künstler. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ausschreibungstext aus dem Programmheft des Künstlerhauses Jerwitz: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Kreatives Texten zur Selbstvermarktung&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wer bin ich und was mache ich? So simpel diese Fragen klingen, so schwierig sind sie oft zu beantworten - jedenfalls, wenn man sich schriftlich dazu äußern soll. Dabei brauchen Sie Texte, um Ihre Kunst zu verkaufen. In diesem Kurs lernen Sie, Texte für Ihre Flyer und Projektausschreibungen ansprechend zu verfassen. Außerdem erhalten Sie Tipps zur Vermarktung Ihrer Kunst. Sie profitieren von diesem Kurs besonders, wenn Sie bereits erste Textentwürfe erstellt haben. Bitte bringen Sie diese mit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Termin:&lt;/b&gt; 29.11.09 von 10.00 - 15.00 Uhr  &lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Seminarort:&lt;/b&gt; Gustav Jerwitz Künstlerbedarf, Kleiner Schäferkamp 16 F, 20357 Hamburg&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Trainer:&lt;/b&gt; Katharina Burkhardt und Beatrice Roggenbach&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Kosten:&lt;/b&gt; 52,- &#8364; &lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Anmeldung: &lt;/b&gt;bei &lt;a href=&quot;http://www.roggenbach.eu/kontakt.htm&quot;&gt;&lt;b&gt;Beatrice Roggenbach &lt;/b&gt;&lt;/a&gt;</description>
    <dc:creator>Katharina Burkhardt</dc:creator>
    <dc:subject>Termine</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2009 Katharina Burkhardt</dc:rights>
    <dc:date>2009-09-16T08:46:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://knotenpunkte.twoday.net/stories/5915057/">
    <title>Palimpsest</title>
    <link>http://knotenpunkte.twoday.net/stories/5915057/</link>
    <description>Früher war Papier bzw. Pergament so wertvoll, dass Manuskriptseiten noch im Mittelalter immer wieder überschrieben wurden. Diese Dokumente nennt man Palimpseste, und sie sind natürlich für Historiker interessant  aber auch für Literaten: als Metapher dafür, wie unter jedem Text, mehr oder weniger sichtbar, andere, ältere Schichten liegen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach diesem Prinzip benutze ich seit mehreren Jahren denselben Taschenkalender, in dem ich Ideen, Eindrücke, plötzliche Geistesblitze usw. notiere. Auf der Seite für diese Woche bin ich gerade auf folgenden Eintrag gestoßen, offenbar von 2006 (denn die Zeilen sind mit der natürlich bitter-ironisch gemeinten, aber dennoch nicht richtig witzigen Widmung Mohammed Atta zum 5. Todestag versehen):&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So blau wird der Himmel nie wieder, &lt;br /&gt;
aber er ist blau genug.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Welt ist immer noch dieselbe, &lt;br /&gt;
jeden Morgen ganz anders.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zahl der Toten steigt stündlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die der Lebenden auch.</description>
    <dc:creator>Beate Brown </dc:creator>
    <dc:subject>Kreatives Schreiben</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2009 Beate Brown </dc:rights>
    <dc:date>2009-09-11T06:58:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://knotenpunkte.twoday.net/stories/5915049/">
    <title>Schadenfreude</title>
    <link>http://knotenpunkte.twoday.net/stories/5915049/</link>
    <description>Schadenfreude ist bekanntlich eine so urdeutsche Eigenschaft, dass sie sich  ähnlich wie Blitzkrieg, Gemütlichkeit und Angst  nicht übersetzen lässt und das Englische sie als Lehnwort übernommen hat. Für eine mit der Schadenfreude eng verwandte Haltung zum Leid eines Anderen, indem man sich darüber nicht freut, sondern lautstark sein aufrichtiges Bedauern bekundet, fehlt auch dem Deutschen ein adäquates Wort. Mitleid trifft es noch am ehesten, aber auch nicht punktgenau. Wenn mich meine Mutter im Büro anruft und sagt: Ach, mein armes Kind, dass du bei so schönem Wetter den ganzen Tag arbeiten musst!, wenn mir eine Freundin mailt: Mensch, wie schade für euch, dass euer Urlaub schon wieder vorbei ist, dann ist das lieb gemeint, ganz bestimmt. Trotzdem könnte ich die Wände hochgehen! Beinahe wäre mir eine ordentliche Portion Schadenfreude lieber: Dann hätte wenigstens eine von uns was, worüber sie sich freuen könnte.</description>
    <dc:creator>Beate Brown </dc:creator>
    <dc:subject>Kommunikation</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2009 Beate Brown </dc:rights>
    <dc:date>2009-09-02T09:30:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://knotenpunkte.twoday.net/stories/5907485/">
    <title>Blogologie</title>
    <link>http://knotenpunkte.twoday.net/stories/5907485/</link>
    <description>Montags ist die Welt noch in Ordnung, in der Blogosphäre herrscht Friede (7,72), Freude (8,60), Eierkuchen (6,08). Zu diesem Ergebnis sind zwei Mathematiker von der University of Vermont gekommen. Mit Hilfe einer &lt;a href=&quot;http://74.125.77.132/search?q=cache:0n-Lk1sz7c4J:www.uvm.edu/~pdodds/files/papers/others/1999/bradley1999a.pdf+Affective+norms+for+english+words+(anew):+Stimuli,+instruction+manual+and+affective+ratings&amp;cd=1&amp;hl=de&amp;ct=clnk&amp;gl=de&quot;&gt;&lt;b&gt;Glücksskala&lt;/b&gt;&lt;/a&gt;, die einzelnen Worten jeweils einen Wert zwischen 1 und 9 zumisst, haben sie über vier Jahre 2,4 Millionen (englischsprachige) Blogs ausgewertet. Ihre &lt;a href=&quot;http://www.springerlink.com/content/757723154j4w726k/fulltext.html&quot;&gt;&lt;b&gt;Studie&lt;/b&gt;&lt;/a&gt; wurde im &lt;i&gt;Journal of Happiness Studies&lt;/i&gt; veröffentlicht. Wozu Mathematik nicht alles gut ist! &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Montag halte offenbar noch die gute Laune vom Wochenende vor, folgern die Wissenschaftler. Zwei Tage später dann falle die allgemeine Stimmung auf den Tiefpunkt. Der allerglücklichste Tag seit 2005 war allerdings ein Dienstag: der 4. November 2008, als die Amerikaner sich einen neuen Präsidenten gönnten.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, wir werden uns in Zukunft bemühen, Sie gerade mittwochs mit besonders erbaulichen Texten über Gott (8,15) und die Welt (6,50) aufzuheitern. Mal sehen, was uns alles Schönes zu Themen wie Paradies, Liebe (je 8,82), Achterbahn (8,02) oder auch Baby (8,22) einfällt! &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn wir hingegen etwas Wichtiges mitzuteilen haben, sollten wir es am besten montags tun oder aber morgens um 11:30 Uhr, dann stehen nämlich laut einer &lt;a href=&quot;http://www.pearanalytics.com/2009/twitter-study-reveals-interesting-results-40-percent-pointless-babble/&quot;&gt;&lt;b&gt;anderen Studie&lt;/b&gt;&lt;/a&gt; die Chancen am günstigsten, dass unsere Informationen über Twitter weitergeleitet (re-tweeted) werden.</description>
    <dc:creator>Beate Brown </dc:creator>
    <dc:subject>Kommunikation</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2009 Beate Brown </dc:rights>
    <dc:date>2009-08-31T09:30:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://knotenpunkte.twoday.net/stories/5907363/">
    <title>Gestern im Café</title>
    <link>http://knotenpunkte.twoday.net/stories/5907363/</link>
    <description>Dreizehn, bitte, sagte ich. Die Kellnerin starrte hilflos auf den Fünfzig-Euro-Schein in meiner Hand. Wie viel kriegen Sie denn dann zurück?</description>
    <dc:creator>Beate Brown </dc:creator>
    <dc:subject>Schnappschüsse</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2009 Beate Brown </dc:rights>
    <dc:date>2009-08-28T08:15:00Z</dc:date>
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  <item rdf:about="http://knotenpunkte.twoday.net/stories/5869303/">
    <title>Amerika, du hast es besser!</title>
    <link>http://knotenpunkte.twoday.net/stories/5869303/</link>
    <description>Normalerweise machen wir bei den Knotenpunkten ja aus unserer politischen Meinung zwar kein Geheimnis, gehen aber auch nicht damit hausieren. Wenn jetzt aber überall die Wahlplakate aus dem Boden zu sprießen beginnen, möchte ich einmal laut und deutlich sagen dürfen: Amerika, du hast es besser!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anfang des Jahres forderte die türkischstämmige SPD-Politikerin Lale Akgün in einem &lt;a href=&quot;http://www.faz.net/s/Rub594835B672714A1DB1A121534F010EE1/Doc%7EE3404566E664441BCA5071ED3FE0FA621%7EATpl%7EEcommon%7EScontent.html&quot;&gt;&lt;b&gt;&lt;i&gt;FAZ&lt;/i&gt;-Beitrag&lt;/b&gt;&lt;/a&gt;, Deutschland brauche nicht nur einen, sondern gleich viele Barack Obamas   und meinte damit eine verstärkte politische Mitwirkung auf allerhöchster Ebene von Männern und Frauen mit Migrationshintergrund. Nun bin ich mir sicher, dass sie Barack Obama Unrecht tut, wenn sie ihn als Interessenvertreter einer ethnischen Minderheit oder gar als Quotenmenschen sieht, der nur ins Weiße Haus einziehen durfte, um Amerikas Unrecht an seiner afro-amerikanischen Bevölkerung zu sühnen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Verstehen Sie mich bloß nicht falsch: Deutschland ist ein Einwanderungsland, und das ist gut so. Noch besser wäre es, wenn Migranten mehr Mitsprache und Teilhabe an dem Schicksal ihrer Wahl-, Zwangs- oder vorübergehenden Heimat hätten. (Dass dabei eine allgemeine Kopftuchpflicht für Frauen oder ein Schweinefleischverbot in den Kantinen herauskäme, wie manche Stammtischbrüder befürchten, sollte man zumindest nicht hoffen.) In Neuseeland etwa hatte ich sogar als ausländische Staatsbürgerin nach zweijährigem legalem Aufenthalt ein Stimmrecht bei den Parlamentswahlen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Darin aber ist Lale Akgün vorbehaltlos zuzustimmen: Wir brauchen  nicht nur in Deutschland  Politiker, die bei den Menschen soviel Begeisterung und soviel Vertrauen erwecken wie Obama. Wir brauchen Männer und Frauen, die nicht in die Politik gehen, um Politiker zu werden, sondern um etwas zum Besseren zu verändern. Wir brauchen eine Führungselite, die sich ihre Sporen nicht als Kofferträger anderer Karrierepolitiker verdient hat, sondern auf basisdemokratischer Ebene, indem sie Bürgerinitiativen organisieren, indem sie die Menschen nach ihren Problemen fragen, statt ihnen die eigenen, am akademischen Reißbrett entworfenen Programme aufzuschwatzen.</description>
    <dc:creator>Beate Brown </dc:creator>
    <dc:subject>Nachgedacht</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2009 Beate Brown </dc:rights>
    <dc:date>2009-08-18T16:38:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://knotenpunkte.twoday.net/stories/5860363/">
    <title>Kalauer</title>
    <link>http://knotenpunkte.twoday.net/stories/5860363/</link>
    <description>Oh, wie peinlich! &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Verzeihen Sie bitte vielmals  diese &lt;a href=&quot;http://knotenpunkte.twoday.net/stories/5860343/&quot;&gt;&lt;b&gt;Liste&lt;/b&gt;&lt;/a&gt; war überhaupt nicht zur Veröffentlichung gedacht, sondern nur für den internen Gebrauch. Der Praktikant sollte sie eigentlich nur abtippen, ausdrucken, laminieren und an die Wand hängen  neben seine komische &lt;a href=&quot;http://knotenpunkte.twoday.net/stories/5421257&quot;&gt;&lt;b&gt;Hausordnung&lt;/b&gt;&lt;/a&gt; , aber doch nicht ins Internet stellen! Auf die Jugend von heute ist eben kein Verlass mehr. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und wie die letzten vier Punkte auf die Liste gekommen sind, kann ich mir überhaupt nicht erklären, und Ihnen erst recht nicht. Muss wohl am Wetter liegen. August ist ein grausamer Monat: Der Sommer ist halb vorbei und hatte sich womöglich nur versprochen, als er soviel zu versprechen schien. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ansonsten geht bei uns alles seinen geregelten Gang. Qualität kommt von quälen, das wissen selbst unsere Topfpflanzen, die in ihren Töpfen vegetieren. (Was für welche? Na, Sie wissen schon, Ikea-Pflanzen halt.) Der Praktikant praktiziert vor sich hin, die Sonne sonnt sich von früh bis spät in ihrem eitlen Schein. Einzig der Buchhalter im Büro gegenüber fällt aus der Rolle, hält er doch statt Büchern lieber Maulaffen feil, sobald ein kurzer Rock an seinem Fenster vorbeitänzelt.</description>
    <dc:creator>Beate Brown </dc:creator>
    <dc:subject>Dies und Das</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2009 Beate Brown </dc:rights>
    <dc:date>2009-08-10T10:15:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://knotenpunkte.twoday.net/stories/5860343/">
    <title>Beates Top Pfuis für Texter und Publizisten</title>
    <link>http://knotenpunkte.twoday.net/stories/5860343/</link>
    <description>	rhetorische Fragen, die mit ?! enden&lt;br /&gt;
	hässliche Füllwörter wie dabei oder nämlich  warum schreiben Sie nicht gleich ähem?!&lt;br /&gt;
	Hauptsätze, die mit so beginnen (So begab es sich also, dass ...)  sind wir hier bei Onkel Tobis Märchenstunde?!&lt;br /&gt;
	der Konjunktiv mit würde zur Wiedergabe indirekter Rede &lt;br /&gt;
	in puncto und à la sind keine Präpositionen, sondern Verbrechen &lt;br /&gt;
	Konstruktionen wie wurden und werden, waren und sind, um eine Kontinuität zu beschreiben  wofür gibt es Wendungen wie seither, seit jeher?! &lt;br /&gt;
	Anführungszeichen, die signalisieren sollen: Achtung, Ironie! &lt;br /&gt;
	Leute, die glauben, Rolltreppen seien zum Stehen da (heißen sie etwa Stehtreppen?!)  &lt;br /&gt;
	Leute, die in der S-Bahn, nachdem man sich extra an das einzige offene Fenster gesetzt hat, aufstehen und es einfach schließen, am besten noch mit Leidensmiene sagen: Es zieht! (Hallo! Wir sind im &lt;i&gt;Zug&lt;/i&gt;!)&lt;br /&gt;
	Brustschwimmer (langsame ganz besonders, aber auch schnelle  haben Sie schon mal einen richtig kräftigen Fußtritt in die Rippen bekommen? Autsch, kann ich Ihnen nur sagen!)&lt;br /&gt;
	Rückenschwimmer (wenn der liebe Gott wollte, dass wir rückwärts schwimmen, hätte er uns Augen im Hinterkopf gegeben)</description>
    <dc:creator>Der_Praktikant</dc:creator>
    <dc:subject>Kreatives Schreiben</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2009 Der_Praktikant</dc:rights>
    <dc:date>2009-08-10T09:07:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://knotenpunkte.twoday.net/stories/5860337/">
    <title>Klimawandel</title>
    <link>http://knotenpunkte.twoday.net/stories/5860337/</link>
    <description>Seit ein paar Jahren leidet England, insbesondere der Süden, unter einer Monsunsaison, die ausgerechnet auf den Juli fällt, den einzigen Monat, in dem wir beide problemlos länger am Stück Urlaub nehmen können. Immer häufiger vertreiben uns nun platzregenartige Niederschläge vom Strand, und der starke Wind verdirbt die Wellen zum Surfen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diesmal sollte alles ganz anders werden. Im April rissen Schlagzeilen von einem zu erwartenden barbecue summer die Briten aus ihrem Stimmungstief. Normalverbraucher, denen eine bösartige Bestie namens credit crunch um die Fersen kläffte, buchten statt des kanarischen Ferienappartements zwei Wochen auf einem Campingplatz in Devon. Für Spot the Dog wurde ein Sonnenzelt angeschafft und Baby Daisy in Ganzkörper-Neopren gezwängt. Sogar Jills arbeitsloser Vater und Jacks allein erziehende Mutter leisteten sich in einem der zahlreichen Räumungsverkäufe eine neue Grillzange und ein Paar Shorts. Die großen Supermarktketten ließen Werbefilme drehen: fröhliche Familien beim Picknick, Ketchupmünder lachen mit der Sonne um die Wette  alles für unter fünf Pfund!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ende Juli dann die Hiobsbotschaft: zwei Tage Land unter, und die Langzeitvorhersage sei wohl ein wenig optimistisch ausgefallen, vermeldete das Wetteramt kleinlaut. Im übrigen habe die Presse die Wendung vom barbecue summer  ähnlich wie seinerzeit den englischen Monsun  allzu begierig aufgesogen. Geprägt habe man sie nämlich, um die 35prozentige Wahrscheinlichkeit festzustellen, dass besagte neue Jahreszeit ins Wasser fallen könne. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Morgenluft wittern momentan nur die Verschwörungstheoretiker unter uns. Tatsächlich drängt sich die Frage auf, ob die Regierung etwa Druck auf ihre Behörde ausgeübt hat, die Prognosen möglichst positiv zu gestalten: um Urlauber im Land zu halten oder sogar anzulocken (als ob der derzeitige Pfundkurs nicht schon Anreiz genug wäre!) und die Wirtschaft anzukurbeln. Immerhin soll schon im Ostblock der Wetterbericht gefälscht worden sein. Damals war das Propaganda  &lt;i&gt;so 20th century, darling&lt;/i&gt; , bei New Labour heißt es eben spin.</description>
    <dc:creator>Beate Brown </dc:creator>
    <dc:subject>Leben</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2009 Beate Brown </dc:rights>
    <dc:date>2009-08-04T16:44:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://knotenpunkte.twoday.net/stories/5722293/">
    <title>Kochkunst</title>
    <link>http://knotenpunkte.twoday.net/stories/5722293/</link>
    <description>Was, Sie kochen? fragt mich entgeistert ein Kunde, mit dem ich seit Jahren zusammenarbeite. Aber doch nicht jeden Tag? Dabei dachte ich immer, Sie sind sone feministisch Beschleunigte! Er hat mich angerufen, als meine Hände gerade tief im Pizzateig stecken und ich das Telefon zwischen Kinn und Schulter balancieren muss. Seine Frage kommt mir so dumm vor, dass mir erstmal die Spucke wegbleibt. Ja, ich koche  leidenschaftlich gern und fast jeden Tag. Manchmal sind wir abends bei Freunden, dann kochen die, oder im Restaurant, dann kochen Profis, und selten schmeckt es uns so lecker wie zu Hause.  Na und? Schließlich esse ich auch leidenschaftlich gern  jeden Tag. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eigentlich ganz einfach. Aber natürlich weiß ich, was hinter der Frage steckt. Meine Generation von Frauen  und Männern  ist in einer Kultur aufgewachsen, die uns eintrichtern wollte, dass Selbstverwirklichung, Erfolg, Lebensglück gar, nur durch Lohnarbeit zu haben sei.  Am Gymnasium, wo wir Leistungsträger der Zukunft ausgebildet wurden, ist so etwas wie Hauswirtschaftslehre gar nicht erst unterrichtet worden  warum auch? Wäre ja Ressourcenverschwendung gewesen. Mit unseren anstrengenden Powerjobs, mit all den Überstunden im Namen von Emanzipation und Gleichberechtigung würden wir doch später überhaupt keine Zeit haben, aus frischen Zutaten eine Mahlzeit zuzubereiten. Wozu gibt es schließlich Mikrowellen und Tiefkühltruhen? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Denn während wir uns in geschäftigen Großraumbüros verwirklichten, sollten unsere weniger begabten Mitmenschen am Fließband stehen und aus Konservierungsstoffen,  naturidentischen Aromen, Geschmacksverstärkern und anderen Errungenschaften der Lebensmittelchemie etwas massenproduzieren, was sich dann von unseren Kollegen aus der Werbebranche als Gourmetkost für Gehetzte vermarkten ließ. Die perfekte Arbeitsteilung: Alle profitieren. Und zur Entspannung werden Kochshows im Fernsehen geguckt.  Nein, das ist keine Verschwörungstheorie. Schauen Sie doch mal in die Einkaufskörbe Ihrer Nachbarn, wenn Sie das nächste Mal an der Schnellkasse in der Schlange stehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Apropos Schnellkasse: Die Beschäftigung bei den großen Supermärkten, dem nächsten Glied in unserer Nahrungskette, bietet zugegebenermaßen wenig Raum zur persönlichen Entfaltung und kreativen Verwirklichung  aber immer noch besser, als zu Hause am Herd zu stehen! Mal ganz abgesehen davon, dass es in immer mehr Haushalten zwei Brotverdiener braucht, damit alle satt werden. Ob ich meinen Kunden zurückrufen und ihn über all diese  vertrackten Zusammenhänge aufklären soll? Lieber empfehle ich ihm &lt;a href=&quot;http://knotenpunkte.twoday.net/stories/5439967&quot;&gt;&lt;b&gt; Frau Burkhardts Text&lt;/b&gt;&lt;/a&gt; zu einem verwandten Thema. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und beglücke ihn mit diesem Zitat aus Barbara Kingsolvers wunderbarem Buch &lt;a href=&quot;http://www.animalvegetablemiracle.com&quot;&gt;&lt;b&gt;Animal, Vegetable, Miracle&lt;/b&gt;&lt;/a&gt;: Als wir den Haushalt gegen die Karriere eintauschten, ging damit das unausgesprochene Versprechen wirtschaftlicher Unabhängigkeit und öffentlichen Einflusses einher. Aber in Bezug auf den Alltag hat sich das als ein Teufelspakt herausgestellt, so die amerikanische Schriftstellerin, beileibe keine Eva Heimchen, sondern eine studierte Ökologin mit nachahmenswertem Lebensstil. Als die Frauen meiner Generation der Küche den Rücken kehrten, wies uns eine profitgierige Lebensmittelindustrie den Weg, die uns rasch als übermüdete, empfängliche Zielgruppe ausgemacht hatte. Hey, Ladies, ermunterte sie uns, weiter so, emanzipiert euch ruhig. Wir sorgen dafür, dass das Essen auf den Tisch kommt. Sie rissen uns die Tür weit auf, und wir marschierten auf eine Ernährungskrise und eine wahrhaft giftstoffhaltige Lebensmittelversorgung zu. Wenn Sie glauben, giftstoffhaltig sei übertrieben, dann lesen Sie mal, was auf der Packung zum Umgang mit ungekochtem Hähnchenfleisch aus der Massentierhaltung steht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als meine Eltern Anfang der Achtziger ihr Einfamilienhaus kauften, war meine Mutter  deren vorsintflutliche Entscheidung, Hausfrau statt Wissenschaftlerin zu werden, mir damals, aber das nur nebenbei, als eine der ganz großen Tragödien des 20. Jahrhunderts erschien  entsetzt über die winzige, schlecht zu lüftende Küche: kaum größer als das Gästeklo; kaum Flächen, um etwa einen Strudelteig hauchdünn auszurollen, die Brotschneidemaschine aufzustellen oder mehrere  Gänge gleichzeitig vorzubereiten; erst recht kein Platz für uns Kinder, um ihr beim Kartoffelschälen zu helfen, rohes Gemüse zu naschen, Töpfe und Schüsseln auszulecken, Spaghettisoße umzurühren, Zimtsterne auszustechen, eine selbst ausgedachte Geschichte vorzulesen oder zu erzählen, was der verhasste Mathelehrer wieder Unerhörtes von sich gegeben hatte. Wieso, mehr brauchen Sie doch heutzutage nicht mehr, sagte der Architekt verständnislos. Seine Frau sei vollauf glücklich damit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Küche in unserer Berliner Altbauwohnung hat doppelt so viele Quadratmeter. Eigentlich ist sie mir immer noch zu klein. Am liebsten hätte ich eine Vorratskammer und eine sonnige Fensterbank voller Kräutertöpfe. Wenn ich nach stundenlanger Kopfarbeit den Computer ausschalte und das Radio aufdrehe; wenn ich die Ärmel hochkremple, warmen Pizzateig knete, bis er aufhört zu kleben, sondern Blasen wirft und geschmeidig wird, Knoblauch presse, Peperoni, Zwiebeln, Tomaten und Pilze schnippele, Käse reibe; wenn sich dann die ganze Wohnung mit dem Aroma frisch gebackener Pizza füllt  dann habe ich endlich das Gefühl, heute etwas geschafft zu haben. Den Abwasch übernimmt zum Glück mein feministisch beschleunigter Mann.</description>
    <dc:creator>Beate Brown </dc:creator>
    <dc:subject>Feierabend</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2009 Beate Brown </dc:rights>
    <dc:date>2009-07-26T14:39:00Z</dc:date>
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